Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026
Kurz beantwortet
Die IRZ in Zürich behandelt Tumoren und tumorbedingte Beschwerden lokal, über einen winzigen Zugang und unter bildgebender Kontrolle: Leberkrebs (HCC), Gallengangkrebs (CCC), Leber- und Lungenmetastasen, Lungen- und Nierenkrebs, Knochenmetastasen, Pankreaskarzinom und Desmoidtumoren, dazu Tumorschmerzen im Oberbauch und Tumorergüsse. Jede Tumorbehandlung wird im interdisziplinären Tumorboard besprochen.
Eine Krebsdiagnose stellt alles auf den Kopf. Und doch: Was heute in der Tumortherapie möglich ist, wäre vor zwanzig Jahren undenkbar gewesen. Die interventionelle Onkologie hat sich in den letzten Jahren zur vierten Säule der modernen Krebstherapie entwickelt, neben Chirurgie, Systemtherapie und Strahlentherapie.
Das Prinzip ist einfach: Wir gehen direkt zum Tumor.
Statt einer Chemotherapie, die den gesamten Körper belastet, bringen wir Wirkstoffe, Wärme oder Kälte präzise an den Ort des Tumors: über einen winzigen Zugang, unter bildgebender Kontrolle, ohne grosse Operation.
Das bedeutet: weniger systemische Nebenwirkungen, mehr Wirkung am Tumor und die Möglichkeit, Behandlungen durchzuführen, die mit anderen Methoden nicht möglich wären, etwa wenn ein Tumor zu nahe an grossen Gefässen liegt oder wenn der Patient eine Operation nicht tolerieren würde.
Wir behandeln nicht alleine. Die interventionelle Onkologie ist per Definition eine Teamdisziplin: Wir arbeiten eng mit Onkologen, Chirurgen, Gastroenterologen und Strahlentherapeuten zusammen; jede Tumorbehandlung besprechen wir im interdisziplinären Tumorboard.
Unsere Behandlungen
Krebstherapie im Überblick
Leberkrebs (HCC)
Der häufigste primäre Leberkrebs, das hepatozelluläre Karzinom (HCC), entsteht meist auf dem Boden einer Hepatitis oder Leberzirrhose. Die IRZ bietet ein breites Spektrum der interventionellen Onkologie: Ablation (RFA, MWA, Cryoablation, IRE) für Tumoren mit bestimmter Grösse und Anzahl und TARE (transarterielle Radioembolisation mit Y-90) für einzelne grössere Tumoren (bis etwa 8 cm) und ausgewählte multifokale Befunde.
Gallengangkrebs (CCC)
Der intrahepatische Gallengangkrebs (cholangiozelluläres Karzinom, CCC) ist eine grosse diagnostische und therapeutische Herausforderung. Die IRZ bietet TARE, Ablationsverfahren und die hepatische arterielle Infusionschemotherapie (HAIC) an. Die HAIC ermöglicht eine hochdosierte Chemotherapie direkt in der Leber mit minimaler systemischer Belastung.
Lebermetastasen
Die Leber ist eines der häufigsten Zielorgane für Fernmetastasen. Für Patienten mit Kolorektal-, Brust- oder neuroendokrinen Tumoren bieten wir Ablation, TARE und HAIC an, einzeln oder kombiniert und immer interdisziplinär entschieden. Die HAIC eröffnet zudem im Kontext der «Conversion Surgery» (Rückführung zur chirurgischen Resektabilität) neue Möglichkeiten.
Lungenkrebs und Lungenmetastasen
Für Patienten mit frühem Lungenkarzinom, die nicht operiert werden können, und für oligometastatische Lungenmetastasen bietet die perkutane CT-gesteuerte Ablation (RFA, MWA, Cryoablation) eine lungenerhaltende, minimal-invasive Therapieoption. Dabei wird unter CT-Kontrolle eine dünne Sonde durch die Haut in den Tumor eingeführt, die das Gewebe mit Hitze oder Kälte zerstört.
Nierenzellkarzinom
Für die meisten kleinen Nierentumoren ist die Cryoablation der Teilnephrektomie in vielen Studien gleichwertig, mit dem Vorteil des Nierenerhalts bei gleichzeitig minimal-invasivem Eingriff. Unter CT-Kontrolle zerstört ein Eisball den Tumor, ohne dass die Niere geöffnet werden muss.
Knochenmetastasen
Schmerzen durch Knochenmetastasen können die Lebensqualität stark einschränken. Die IRZ behandelt Knochenmetastasen mit Ablationsverfahren (inklusive MR-HIFU, völlig nadelfrei), Zementoplastie und/oder perkutaner Verschraubung zur Stabilisierung frakturgefährdeter oder bereits gebrochener Knochen.
Pankreaskarzinom
Der Bauchspeicheldrüsenkrebs wächst oft so nahe an grossen Gefässen, dass eine chirurgische Resektion unmöglich ist. Die irreversible Elektroporation (IRE) ist eine der wenigen Methoden, die auch hier eingesetzt werden können, da sie umliegende Gefässe und Gänge schont.
Desmoidtumoren
Diese seltenen, lokal aggressiv wachsenden Weichteiltumoren lassen sich mit Cryoablation und TACE gezielt behandeln, besonders wenn eine chirurgische Entfernung mit grossem Aufwand oder Risiko verbunden wäre. Alle Therapieentscheide fallen im interdisziplinären Sarkomboard.
Tumorschmerzen im Oberbauch
Bei Tumoren im Oberbauch, insbesondere beim Pankreaskarzinom, können starke, therapieresistente Schmerzen entstehen. Die Zöliakalplexusblockade bringt schmerzblockierende Substanzen direkt an das Nervengeflecht des Oberbauchs und kann den Opioidbedarf oft reduzieren.
PleurX-Katheter
Bei Peritoneal- oder Pleurakarzinose sammelt sich Flüssigkeit an, die Atemnot oder Bauchspannung verursacht. Das PleurX-System ist ein dauerhafter Katheter mit Ablassventil, über den Patientinnen und Patienten die Flüssigkeit zu Hause selbst ablassen können, meist ohne weitere Spitalaufenthalte.
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PD Dr. med. Arash Najafi
Facharzt FMH Radiologie, Spezialisierung Interventionelle Radiologie
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Facharzt FMH Radiologie, Spezialisierung Interventionelle Radiologie
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