Knochenmetastasen: Schmerzen lindern, Knochen stabilisieren – minimal-invasiv in Zürich

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026

Kurz beantwortet

Knochenmetastasen sind schmerzhaft, schwächen den Knochen und erhöhen das Frakturrisiko. Die IRZ in Zürich behandelt sie minimal-invasiv: Ablation (RFA, MWA, Cryoablation) und MR-HIFU setzen direkt am Ort der Schmerzen an, Zementoplastie und perkutane Verschraubung stabilisieren frakturgefährdete oder bereits gebrochene Knochen ohne grosse Operation. Über die Behandlung entscheidet das Tumorboard.

Knochenmetastasen sind schmerzhaft. Sie schwächen den Knochen, erhöhen das Frakturrisiko und können die Lebensqualität stark einschränken.

Die interventionelle Onkologie bietet ein gezieltes Arsenal an Verfahren, die Schmerzen direkt am Ort reduzieren – oft rasch und häufig mit der Möglichkeit, Schmerzmittel und deren Nebenwirkungen zu verringern.

Auf einen Blick

Verfahren

Ablation (RFA, MWA, Cryoablation), MR-HIFU ohne Nadel, Zementoplastie oder perkutane Verschraubung

Betäubung

Sedierung oder Vollnarkose, je nach Verfahren und Lokalisation

Vorbereitung

CT und/oder MRI des betroffenen Knochens, Entscheid im Tumorboard; nüchtern zum Eingriff

Aufenthalt

Ambulant oder kurze Hospitalisation – je nach Verfahren und Lokalisation

Erholung

Leichte bis mässige Schmerzen an der Behandlungsstelle für 1–3 Tage

Nachkontrolle

Bildgebung nach 4–6 Wochen; enge Zusammenarbeit mit Onkologen und Schmerztherapeuten

Wie lassen sich Schmerzen durch Knochenmetastasen lindern?

Ablation und MR-HIFU

Ablation (RFA, MWA, Cryoablation)

CT-gesteuerte Zerstörung des Metastasengewebes mit einer Sonde. Die Ablation wirkt sowohl als lokale Tumorkontrolle als auch durch Unterbrechung der Schmerznerven im betroffenen Knochen.

MR-HIFU (MR-geführter fokussierter Ultraschall)

Eine völlig nadelfreie Behandlung: Gebündelte Ultraschallwellen erhitzen die Metastase von aussen, ohne jeden Hauteingriff. MR-HIFU ist für die Schmerzbehandlung bei Knochenmetastasen regulatorisch zugelassen und zeigt gute Ergebnisse (in einer randomisierten Studie sprachen 64 % der Behandelten an, nach Placebo-Behandlung 20 %) – besonders an gut zugänglichen Knochen (Becken, Rippen, Schultergürtel, lange Röhrenknochen; an der Wirbelsäule nur ausgewählte hintere Wirbelanteile).

Wie wird ein geschwächter Knochen stabilisiert?

Zementoplastie und perkutane Verschraubung

Zementoplastie

Wenn eine Metastase den Knochen so weit geschwächt hat, dass eine Fraktur droht oder bereits eingetreten ist, wird Knochenzement über eine feine Nadel injiziert. Sofortige Stabilisierung (an stark belasteten langen Röhrenknochen oft ergänzt durch eine Nagelung) und rasche Schmerzlinderung – oft schon am Tag nach dem Eingriff.

Perkutane Verschraubung

Bei drohenden oder eingetretenen pathologischen Frakturen können Schrauben über kleine Hauteinschnitte unter Bildkontrolle eingebracht werden – ohne grosse Operation.

Was sagt die Wissenschaft?

Evidenzbasierte Ergebnisse

Zur Schmerzbehandlung von Knochenmetastasen gibt es für MR-HIFU eine randomisierte, placebokontrollierte Studie und für die RF- oder Cryoablation aktuelle Metaanalysen; grosse randomisierte Vergleiche mit der Bestrahlung stehen noch aus. Die wichtigsten Ergebnisse:

64 %

Drei Monate nach MR-HIFU hatten sich die Schmerzen bei 64 % der Behandelten gebessert, ohne dass mehr Schmerzmittel nötig waren, nach einer Placebo-Behandlung bei 20 % (randomisierte Phase-III-Studie; Hurwitz et al., 2014).

69 %

Vier Wochen nach einer Cryoablation berichteten 69 % der Patienten über eine Schmerzlinderung; die deutlichste Besserung zeigte sich nach 12 Wochen (Metaanalyse, 12 Studien, 309 Patienten; Torabi et al., 2025).

7,6 → 3,3

Nach Ablation plus Zementoplastie sank der Schmerzwert (Skala 0–10) im Mittel von 7,6 auf 3,3 am ersten Tag und auf rund 1,6 nach 6 Monaten; schwere Komplikationen: 4 % (Metaanalyse, 21 Studien, 661 Fälle; Matsumoto et al., 2024).

Die MR-HIFU-Ergebnisse stammen aus einer multizentrischen Phase-III-Studie (Hurwitz et al., 2014): 147 Patienten mit schmerzhaften Knochenmetastasen, bei denen die Standardbehandlung nicht ausreichend geholfen hatte, wurden im Verhältnis 3:1 einer MR-HIFU oder einer Scheinbehandlung zugeteilt. Auch die stärksten Schmerzen und die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Schmerzen waren nach 3 Monaten signifikant besser als nach Placebo.

  • MR-HIFU: In einer Metaanalyse (15 Studien, 362 Patienten) sank der mittlere Schmerzwert von 6,74 auf 2,28 nach 5–14 Wochen; schwere Komplikationen traten bei 1,42 % der Patienten auf (Han et al., 2021).
  • Zementoplastie an langen Röhrenknochen: In einer systematischen Übersicht (196 Patienten) besserten sich die Schmerzen bei 68,2 % deutlich und bei 27,4 % leicht; bei 8 % kam es später zu einem Bruch (Cazzato et al., 2015).

Wie läuft die Behandlung ab?

Vorbereitung und Nachsorge

Bildgebung

Vor dem Eingriff wird der betroffene Knochen mit CT und/oder MRI untersucht.

Entscheid im Tumorboard

Die Behandlung wird im Tumorboard besprochen und entschieden.

Am Tag des Eingriffs

Sie kommen nüchtern zum Eingriff. Je nach Verfahren und Lokalisation erfolgt die Behandlung in Sedierung oder Vollnarkose, ambulant oder mit einer kurzen Hospitalisation.

Nachsorge

Eine Kontrolle mit Bildgebung erfolgt nach 4–6 Wochen. Dabei arbeiten wir eng mit Onkologen und Schmerztherapeuten zusammen.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt.

Häufige Fragen zu Knochenmetastasen

FAQ

Die Bestrahlung ist wirksam, braucht aber 4–6 Wochen bis zur maximalen Wirkung. Interventionelle Verfahren wie die Thermoablation (RFA, MWA), MR-HIFU oder Zementoplastie können Knochenschmerzen oft schon innerhalb weniger Tage spürbar lindern – nach einer Zementoplastie häufig bereits innerhalb von 24 Stunden; nach einer Ablation nimmt die Wirkung über einige Wochen weiter zu. Sie ergänzen die Bestrahlung und die Systemtherapie gezielt dort, wo die Schmerzen am stärksten sind.

Das primäre Ziel ist Schmerzlinderung und lokale Tumorkontrolle, nicht die Heilung der Erkrankung. Bei einzelnen, isolierten Metastasen (oligometastatische Erkrankung) kann die Ablation jedoch zur vollständigen lokalen Tumorfreiheit führen und möglicherweise das Gesamtüberleben verlängern.

Viele Patienten berichten noch am Behandlungstag oder spätestens 24–48 Stunden danach über eine deutliche Schmerzreduktion. Der Zement härtet innerhalb von Minuten aus und stabilisiert den Knochen sofort; an stark belasteten langen Röhrenknochen wird er bei Bedarf mit einer Nagelung kombiniert.

MR-HIFU eignet sich besonders für Metastasen an gut zugänglichen Knochen: Becken, Rippen, Schultergürtel und lange Röhrenknochen; an der Wirbelsäule nur in ausgewählten Fällen (hintere Wirbelanteile). Die Eignung wird individuell anhand der Bildgebung beurteilt.

Der Zement bleibt vorerst stabil. Er bietet aber irgendwann keine Stabilität mehr, wenn der Knochen, in dem er verankert ist, nicht mehr vorhanden ist. Wächst die Metastase weiter, wird sie mit der Systemtherapie behandelt. Eine erneute Ablation oder eine Bestrahlung des betroffenen Bereichs kann ebenfalls diskutiert werden.

Nach Ablation oder Zementoplastie von Knochenmetastasen sind leichte bis mässige Schmerzen an der Behandlungsstelle für 1–3 Tage normal. Nach einer Zementoplastie tritt die Schmerzlinderung meist rasch ein.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

  • Neu aufgetretener Lähmung oder Taubheit (nach Behandlung an der Wirbelsäule sofort melden)
  • Starken, plötzlich zunehmenden Schmerzen an der Behandlungsstelle
  • Fieber über 38,5 °C
  • Zeichen einer Fraktur: plötzlicher starker Schmerz, Fehlstellung eines Knochens
Wissenschaftliche Referenzen
  1. Randomisierte Studie Hurwitz MD, Ghanouni P, Kanaev SV, et al. Magnetic resonance-guided focused ultrasound for patients with painful bone metastases: phase III trial results. J Natl Cancer Inst. 2014;106(5):dju082. PubMed ↗
  2. Retrospektive Studie Anchala PR, Irving WD, Hillen TJ, et al. Treatment of metastatic spinal lesions with a navigational bipolar radiofrequency ablation device: a multicenter retrospective study. Pain Physician. 2014;17(4):317–327. PubMed ↗
  3. Systematische Übersicht Cazzato RL, Palussière J, Buy X, et al. Percutaneous long bone cementoplasty for palliation of malignant lesions of the limbs: a systematic review. Cardiovasc Intervent Radiol. 2015;38(6):1563–1572. PubMed ↗
  4. Prospektive Studie Callstrom MR, Charboneau JW, Goetz MP, et al. Painful metastases involving bone: feasibility of percutaneous CT- and US-guided radio-frequency ablation. Radiology. 2002;224(1):87–97. PubMed ↗
  5. Prospektive Studie Iannessi A, Amoretti N, Marcy PY, et al. Percutaneous cementoplasty for the treatment of extraspinal painful bone lesion, a prospective study. Diagn Interv Imaging. 2012;93(11):859–870. PubMed ↗
  6. Prospektive Studie Levy J, Hopkins T, Morris J, et al. Radiofrequency ablation for the palliative treatment of bone metastases: outcomes from the multicenter OsteoCool Tumor Ablation Post-Market Study (OPuS One study) in 100 patients. J Vasc Interv Radiol. 2020;31(11):1745–1752. PubMed ↗
  7. Retrospektive Studie McMenomy BP, Kurup AN, Johnson GB, et al. Percutaneous cryoablation of musculoskeletal oligometastatic disease for complete remission. J Vasc Interv Radiol. 2013;24(2):207–213. PubMed ↗
  8. Metaanalyse Torabi S, Ahmadzade M, Ghorani H, et al. Image-guided cryoablation for palliation of painful bone metastases: a systematic review and meta-analysis. Skeletal Radiol. 2025;54(8):1715–1727. PubMed ↗
  9. Metaanalyse Matsumoto T, Yoshimatsu R, Osaki M, et al. Analgesic efficacy and safety of percutaneous thermal ablation plus cementoplasty for painful bone metastases: a systematic review and meta-analysis. Int J Clin Oncol. 2024;29(4):372–385. PubMed ↗
  10. Metaanalyse Han X, Huang R, Meng T, et al. The Roles of Magnetic Resonance-Guided Focused Ultrasound in Pain Relief in Patients With Bone Metastases: A Systemic Review and Meta-Analysis. Front Oncol. 2021;11:617295. PubMed ↗

Literatur geprüft im Oktober 2026

Ihr Weg zu uns

In vier Schritten

Anfrage

Online, per Telefon oder über Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wir melden uns innert eines Werktages.

Abklärung & Beratung

Wir sichten Ihre Befunde und Bilder und besprechen mit Ihnen, welche Behandlung passt.

Eingriff

Ambulant am INURAD oder stationär an der Klinik Hirslanden – je nach Eingriff.

Nachsorge

Kontrolltermine und ein Bericht an Ihre zuweisende Ärztin oder Ihren zuweisenden Arzt.

Möchten Sie wissen, ob dieser Eingriff für Sie geeignet ist?

Wir beraten Sie persönlich, diskret und unverbindlich. Vereinbaren Sie jetzt Ihr Beratungsgespräch.

+41 44 387 25 84 · irz@hirslanden.ch

Für zuweisende Ärztinnen und Ärzte

Hier behandeln wir Sie

Standorte & Öffnungszeiten

INURAD

Sprechstunde & ambulante Eingriffe

Hohlstrasse 532
8048 Zürich

Mo–Fr 07:30–20:00

Klinik Hirslanden

Stationäre Eingriffe

Witellikerstrasse 40
8032 Zürich

Mo–Fr 08:30–16:00

Verwandte Behandlungen

Das könnte Sie auch interessieren

Osteoporotischer Wirbelbruch

Osteoporotischen Wirbelbruch stabilisieren: Vertebroplastie

Tumorschmerzen im Oberbauch

Tumorschmerzen im Oberbauch lindern: CT-gesteuerte Zöliakalplexusblockade

Lungenkrebs und Lungenmetastasen

Lungenkrebs im Frühstadium und Lungenmetastasen: gezielte Ablation unter CT-Kontrolle