Cholangiozelluläres Karzinom (CCC): Gallengangkrebs gezielt behandeln – TARE, Ablation und HAIC in Zürich

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026

Kurz beantwortet

Beim cholangiozellulären Karzinom (CCC, Gallengangkrebs) bietet die IRZ in Zürich interventionell-onkologische Behandlungen an, auch wenn eine Operation nicht möglich ist: die transarterielle Radioembolisation (TARE) mit radioaktiven Mikrosphären, die Ablation kleiner Tumoren und die HAIC, bei der eine implantierte Pumpe Chemotherapie direkt in die Leberarterien abgibt. Alle Therapieentscheide fallen im Tumorboard.

Das cholangiozelluläre Karzinom (Gallengangkrebs) zählt zu den therapeutisch anspruchsvollsten Lebertumoren. Es wird oft spät entdeckt, wächst infiltrativ und ist chirurgisch häufig nicht vollständig resezierbar.

Auch wenn eine Operation nicht möglich ist, gibt es heute wirksame interventionell-onkologische Optionen.

Auf einen Blick

Verfahren

Radioembolisation (TARE mit Y-90), Ablation (RFA, MWA, in ausgewählten Fällen IRE) oder Chemotherapie über eine implantierte Leberpumpe (HAIC)

Schwerpunkt

Intrahepatisches CCC (iCCA), also Gallengangkrebs innerhalb der Leber

Therapieentscheid

Alle Therapieentscheide im interdisziplinären Tumorboard

Nachkontrolle

MRI oder CT nach jedem Behandlungszyklus oder Eingriff

Nach einer Ablation

Leichte Schmerzen, Krankheitsgefühl und leichtes Fieber für 2–7 Tage sind normal

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es beim CCC?

Radioembolisation und Ablation

TARE (transarterielle Radioembolisation mit Y-90)

Besonders wirksam beim intrahepatischen CCC (iCCA). Radioaktive Mikrosphären liefern die Strahlung direkt in das Tumorgewebe, mit minimaler systemischer Belastung. Studien zeigen signifikante Tumorkontrollraten und Verbesserungen des Gesamtüberlebens.

Ablationsverfahren (RFA, MWA, in ausgewählten Fällen IRE)

Bei gut lokalisierten, kleinen Tumoren (bis etwa 3 cm) ohne Gefässbeteiligung eine Therapieoption mit kurativem Anspruch.

HAIC: Chemotherapie direkt in die Leberarterien

Hepatische arterielle Infusionschemotherapie (über eine implantierte Pumpe)

Bei der HAIC gibt eine implantierte Pumpe kontinuierlich hochdosierte Chemotherapie (typischerweise Floxuridin/FUDR) direkt in die Leberarterien ab. Die Belastung des übrigen Körpers ist deutlich geringer als bei intravenöser Chemotherapie. HAIC kann bei iCCA die Tumorlast in der Leber deutlich reduzieren und war in Studien mit einem längeren Überleben verbunden.

Wie läuft die Behandlung ab?

Ablauf und Nachsorge

Alle Therapieentscheide werden im interdisziplinären Tumorboard getroffen. Bildgebungskontrollen (MRI oder CT) nach jedem Behandlungszyklus oder Eingriff sind zwingend.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt.

Häufige Fragen zum Gallengangkrebs (CCC)

FAQ

Das intrahepatische CCC (iCCA) entsteht innerhalb der Leber. Es ist am ehesten für interventionelle Therapien wie TARE oder Ablation zugänglich. Perihiläres und distales CCC entstehen nahe dem Gallengangsystem und erfordern oft andere (endoskopische oder chirurgische) Strategien. Wir behandeln primär das iCCA.

HAIC (Hepatic Arterial Infusion Chemotherapy) nutzt eine implantierte Pumpe, um Chemotherapie direkt in die Leberarterien abzugeben: in hoher Konzentration, aber mit sehr geringer systemischer Belastung. Das ermöglicht deutlich höhere lokale Wirkstoffdosen als bei einer intravenösen Chemotherapie, mit weniger Nebenwirkungen für den übrigen Körper – mögliche Nebenwirkungen an Leber und Gallenwegen werden dabei regelmässig kontrolliert. Die IRZ ist eines der wenigen Zentren weltweit, die diese Pumpe minimal-invasiv einbauen können.

Ja. Kombinationen von TARE mit Immuntherapeutika (z. B. Durvalumab) oder zielgerichteten Therapien werden aktuell in klinischen Studien untersucht und zeigen vielversprechende Ergebnisse. Wir informieren Sie über aktuelle Studienoptionen.

Nach einer Tumorablation (RFA, MWA, Cryoablation, IRE) sind leichte Schmerzen an der Einstichstelle, ein allgemeines Krankheitsgefühl und leichtes Fieber für 2–7 Tage normal (Post-Ablations-Syndrom). Je nach Organ können organspezifische Beschwerden auftreten. Nach einer TARE (Y-90) kann das Post-Embolisations-Syndrom (Erschöpfung, Übelkeit, leichtes Fieber, Oberbauchschmerzen) bis zu 2 Wochen anhalten.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

  • Fieber und Schüttelfrost (mögliche Cholangitis, also eine Gallengangsinfektion – sofort melden)
  • Gelbfärbung der Augen oder der Haut oder sehr dunklem Urin
  • Starken Oberbauchschmerzen
  • Bei HAIC: Zeichen einer Katheterinfektion (Rötung, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen an der Pumpenstelle)
Wissenschaftliche Referenzen
  1. Prospektive Studie Edeline J, Touchefeu Y, Guiu B, et al. Radioembolization Plus Chemotherapy for First-line Treatment of Locally Advanced Intrahepatic Cholangiocarcinoma: A Phase 2 Clinical Trial. JAMA Oncol. 2020;6(1):51–59. PubMed ↗
  2. Retrospektive Studie Konstantinidis IT, Groot Koerkamp B, Do RKG, et al. Unresectable intrahepatic cholangiocarcinoma: Systemic plus hepatic arterial infusion chemotherapy is associated with longer survival in comparison with systemic chemotherapy alone. Cancer. 2016;122(5):758–765. PubMed ↗
  3. Randomisierte Studie Oh DY, He AR, Qin S, et al. Durvalumab plus Gemcitabine and Cisplatin in Advanced Biliary Tract Cancer. NEJM Evid. 2022;1(8):EVIDoa2200015. PubMed ↗
  4. Retrospektive Studie Edeline J, Bridgewater JA, Campillo-Gimenez B, et al. Chemotherapy with or without selective internal radiation therapy for intrahepatic cholangiocarcinoma: Data from clinical trials. Hepatology. 2024;79(1):96–106. PubMed ↗
  5. Metaanalyse Kim GH, Kim PH, Kim JH, et al. Thermal ablation in the treatment of intrahepatic cholangiocarcinoma: a systematic review and meta-analysis. Eur Radiol. 2022;32(2):1205–1215. PubMed ↗
  6. Prospektive Studie Cercek A, Boerner T, Tan BR, et al. Assessment of Hepatic Arterial Infusion of Floxuridine in Combination With Systemic Gemcitabine and Oxaliplatin in Patients With Unresectable Intrahepatic Cholangiocarcinoma: A Phase 2 Clinical Trial. JAMA Oncol. 2020;6(1):60–67. PubMed ↗

Literatur geprüft im Oktober 2026

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