Varikozele: Ohne Operation behandeln – Embolisation in Zürich

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026

Kurz beantwortet

Eine Varikozele ist eine krankhafte Erweiterung der Venen im Hodensack, ähnlich wie Krampfadern am Bein. Bei der Varikozele-Embolisation wird ein dünner Katheter in die erkrankte Hodenvene geführt; kleine Metallspiralen (Coils) und/oder sklerosierende Substanzen verschliessen die Vene, und das Blut fliesst über gesunde Venen ab. Der Eingriff erfolgt ambulant, ohne Schnitt, unter örtlicher Betäubung und leichter Sedierung.

Ein dumpfes Schweregefühl im Hodensack. Ein Ziehen, das nach langem Stehen zunimmt. Manchmal sieht man unter der Haut einen Knäuel aus gewundenen Venen: ein Befund wie Krampfadern, nur eben am Hoden. Eine Varikozele ist häufiger, als viele denken: Sie betrifft rund 15 % aller Männer und bis zu 40 % der Männer mit unerfülltem Kinderwunsch.

Eine Varikozele lässt sich heute behandeln: ambulant, ohne Schnitt, in einer einzigen Sitzung.

Auf einen Blick

Verfahren

Embolisation der Hodenvene über einen dünnen Katheter mit Metallspiralen (Coils) und/oder sklerosierenden Substanzen

Betäubung

Örtliche Betäubung und leichte Sedierung, keine Vollnarkose

Dauer

30–60 Minuten

Aufenthalt

Ambulant – Sie können am gleichen Tag nach Hause

Erholung

Leichte Schonung für 24–48 Stunden; Büroarbeit nach 1–2 Tagen, Sport nach 1–2 Wochen

Spermiogramm

Verbesserungen meist nach 3–6 Monaten sichtbar

Was ist eine Varikozele?

Ursache und mögliche Folgen

Eine Varikozele ist eine krankhafte Erweiterung der Venen des Hodensacks (Plexus pampiniformis). Sie entsteht, wenn die Venenklappen in den Hodenvenen nicht mehr richtig funktionieren und sich das Blut in den Venen staut. Ähnlich wie Krampfadern am Bein schwellen diese Venen an. Am häufigsten ist die linke Seite betroffen, da die linke Hodenvene anatomisch ungünstiger in die Nierenvene mündet.

Mögliche Folgen einer Varikozele:

Dumpfes Ziehen oder Schweregefühl im Hodensack, besonders nach längerem Stehen

Sichtbare oder tastbare gewundene Venen am Hoden

Wärmestau im Hodenbereich → beeinträchtigte Spermienproduktion, verminderte Spermienqualität und -motilität, mit möglichem Einfluss auf die Fertilität

Wie funktioniert die Varikozele-Embolisation?

Ablauf Schritt für Schritt

Die Embolisation der Gonadenvene ist ein bildgesteuerter, minimal-invasiver Eingriff, der die erweiterten Venen dauerhaft verschliesst und den Blutfluss in gesunde Kollateralen umleitet.

Vor dem Eingriff

Skrotalultraschall mit Duplex-Flussmessung zur Bestätigung der Diagnose. Spermiogramm bei Kinderwunsch. Nüchtern (mindestens 6 Stunden).

Der Eingriff

Unter örtlicher Betäubung und leichter Sedierung wird über eine kleine Punktion in der Leistenbeuge oder am Hals ein dünner Katheter in die erkrankte Hodenvene eingeführt. Unter Röntgenkontrolle werden kleine Metallspiralen (Coils) und/oder sklerosierende Substanzen in die Vene eingebracht, die sie dauerhaft verschliessen. Der Blutfluss wird in gesunde Venen umgeleitet.

Dauer

30–60 Minuten.

Nach dem Eingriff

Ambulant: Sie können am gleichen Tag nach Hause. Leichte Schonung für 24–48 Stunden, leichte Aktivitäten ab dem nächsten Tag. Büroarbeit ist nach 1–2 Tagen möglich.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt mit allen Anweisungen.

Was sagt die Wissenschaft?

Evidenzbasierte Ergebnisse

Die wichtigsten Studienergebnisse im Überblick:

+12,3 Mio./ml

Die Varikozelen-Behandlung verbesserte die Spermienkonzentration signifikant: im Mittel +12,3 Millionen/ml (Baazeem A et al., Eur Urol 2011; Metaanalyse).

+10,9 %

Auch die Gesamtmotilität der Spermien verbesserte sich signifikant: +10,9 % (Baazeem A et al., 2011).

3–11 %

Die Rezidivrate nach Embolisation liegt bei etwa 3–11 % – ähnlich wie nach den meisten Operationsverfahren. Bei Rezidiv ist eine erneute Embolisation möglich.

  • Baazeem A et al. (Eur Urol 2011; Metaanalyse): In den vier randomisierten Studien war die Schwangerschaftsrate nach Behandlung höher, der Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant; eine Cochrane-Analyse (2021) zeigt, dass die Behandlung die Schwangerschaftsrate verbessern kann.
  • Hydrozelen-Bildung: Nach offener oder laparoskopischer Varikozelenoperation kommt es in etwa 5–10 % (laparoskopisch teils häufiger) zu Hydrozelen (Wasseransammlungen im Hodensack); insgesamt treten nach Embolisation weniger Komplikationen auf als nach einer Operation.

Embolisation oder Operation: Was ist besser?

Die Vorteile der Embolisation

Beide Methoden sind nach heutiger Studienlage vergleichbar wirksam. Die Embolisation bietet folgende Vorteile:

  • Kein Schnitt, keine Naht, keine Narbe
  • Kein Vollnarkoserisiko
  • Ambulant: am gleichen Tag wieder zu Hause
  • Kürzere Erholung (meist 1–2 Tage)
  • Insgesamt weniger Komplikationen
  • Bei beidseitiger Varikozele in derselben Sitzung behandelbar

Für wen ist die Embolisation geeignet?

Und für wen nicht

Geeignet
  • Männer mit symptomatischer Varikozele (Schmerzen, Schweregefühl)
  • Männer mit Kinderwunsch bei nachgewiesener Varikozele und eingeschränkter Spermienqualität
Nicht oder eingeschränkt geeignet
  • Varikozele ohne Beschwerden und ohne eingeschränkte Spermienqualität
  • Anatomische Varianten, die eine Katheternavigation erschweren (selten)

Häufige Fragen zur Varikozele

FAQ

Die Embolisation der Hodenvene ist ein oftmals ambulanter, narkosefreier Eingriff über einen kleinen Zugang am Hals oder in der Leiste. Die chirurgische Ligatur (mikrochirurgisch, laparoskopisch oder offen) erfordert meist eine Vollnarkose und hat eine längere Erholungszeit. Beide Verfahren erzielen vergleichbare Ergebnisse bei der Verbesserung der Spermienqualität. Die Embolisation hat den Vorteil, dass sie oftmals ambulant und schnell ist und eine rasche Rückkehr zur Arbeit erlaubt.

Ja – bei Männern mit eingeschränkter Spermienqualität verbessert sie die Spermienwerte nachweislich. Eine grosse Metaanalyse (Baazeem, Eur Urol 2011) zeigt signifikante Verbesserungen von Spermienzahl (+12 Mio./ml) und Motilität (+11 %); auch die Schwangerschaftsrate war in Studien nach Behandlung höher, dieser Effekt ist jedoch weniger sicher belegt. Ob chirurgisch oder per Embolisation behandelt wird, spielt nach heutiger Studienlage für das Fertilitätsergebnis keine relevante Rolle – entscheidend ist, dass bei richtiger Indikation behandelt wird. Eine Schwangerschaft kann jedoch nicht garantiert werden; sie hängt von vielen Faktoren ab, auch von Seiten der Partnerin. Verbesserungen im Spermiogramm sind meist nach 3–6 Monaten sichtbar.

Nein, die Embolisation ist unter Lokalanästhesie und leichter Sedierung weitgehend schmerzfrei. Während des Eingriffs können Sie ein leichtes Druckgefühl in der Leiste spüren. In den ersten 1–3 Tagen danach ist ein leichtes Schweregefühl im Hodensack möglich, das sich mit normalen Schmerzmitteln gut kontrollieren lässt.

Bürotätigkeit und sitzende Arbeiten sind meist nach 1–2 Tagen möglich. Körperlich anstrengende Tätigkeiten und Sport sollten für 1–2 Wochen pausiert werden, um eine optimale Heilung zu gewährleisten. Danach gibt es keine Einschränkungen.

Ja, Studien zeigen vergleichbare Erfolgsraten beider Methoden. Die Embolisation bietet jedoch entscheidende Vorteile: kein Schnitt, keine Vollnarkose, oftmals ambulant, kürzere Erholung und in der Regel weniger Komplikationen.

In etwa 3–11 % der Fälle kann sich die Varikozele erneut bilden – ähnliche Raten werden nach den meisten chirurgischen Verfahren berichtet. Bei Rückfall kann die Embolisation in der Regel wiederholt werden.

Sexuelle Aktivität ist in der Regel nach etwa einer Woche wieder möglich. Genaue Hinweise geben wir Ihnen im Patienteninformationsblatt.

Nach der Varikozele-Embolisation kann für 1–3 Tage ein Schweregefühl oder ein leichter Schmerz im Hodensack bestehen, der sich mit normalen Schmerzmitteln gut kontrollieren lässt.

Normal und zu erwarten:

  • Leichtes Druck- oder Schweregefühl im Hodensack für 1–3 Tage
  • Kleiner Bluterguss an der Einstichstelle (Leiste oder Hals)

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

  • Starken, plötzlichen Hodenschmerzen (Anzeichen einer seltenen Komplikation, z. B. einer Venenentzündung)
  • Starker Schwellung, Rötung oder Fieber, insbesondere wenn der Hoden betroffen ist (Epididymitis)
  • Rötung, Schwellung oder Eiter an der Einstichstelle
Wissenschaftliche Referenzen
  1. Metaanalyse Persad E, O'Loughlin CA, Kaur S, et al. Surgical or radiological treatment for varicoceles in subfertile men. Cochrane Database Syst Rev. 2021;4(4):CD000479. PubMed ↗
  2. Metaanalyse Baazeem A, Belzile E, Ciampi A, et al. Varicocele and Male Factor Infertility Treatment: A New Meta-analysis and Review of the Role of Varicocele Repair. Eur Urol. 2011;60(4):796–808. PubMed ↗
  3. Metaanalyse Liu Q, Zhang X, Zhou F, et al. Comparing Endovascular and Surgical Treatments for Varicocele: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Vasc Interv Radiol. 2022;33(7):834–840.e2. DOI ↗
  4. Prospektive Studie Bou Nasr E, Binhazzaa M, Almont T, et al. Subinguinal microsurgical varicocelectomy vs. percutaneous embolization in infertile men: Prospective comparison of reproductive and functional outcomes. Basic Clin Androl. 2017;27:11. PubMed ↗
  5. Leitlinie European Association of Urology (EAU). EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health: Male Infertility (Varicocele). Arnhem: EAU Guidelines Office; current online edition. Quelle ↗
  6. Nachschlagewerk Society of Interventional Radiology (SIR). Varicoceles can be treated by an interventional radiologist (IR). Patient information, updated September 2024. Quelle ↗

Literatur geprüft im Oktober 2026

Ihr Weg zu uns

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Eingriff

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