Viszerale Aneurysmen: Ohne Bauchoperation behandeln – Embolisation und Stentgraft in Zürich

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026

Kurz beantwortet

Viszerale Aneurysmen sind Aussackungen der Eingeweidearterien, zum Beispiel der Milz- oder der Leberarterie. Sie sind seltene Zufallsbefunde, können bei einer Ruptur aber lebensbedrohlich bluten. Die Interventionelle Radiologie schaltet sie über einen Katheter aus – durch Embolisation mit Coils oder Flüssigembolisat oder mit einem Stentgraft, ohne Bauchoperation.

Viszerale Aneurysmen sind seltene Zufallsbefunde. Bei einer Ruptur können sie jedoch lebensbedrohlich bluten.

Die Interventionelle Radiologie bietet mit Embolisation oder Stentgraft eine minimal-invasive Behandlung ohne Bauchoperation.

Auf einen Blick

Verfahren

Minimal-invasiv über einen Katheter, ohne Bauchoperation

Embolisation

Verschluss des Aneurysmas von innen mit Coils oder Flüssigembolisat

Stentgraft

Gedeckte Endoprothese überbrückt das Aneurysma; der Hauptblutfluss bleibt erhalten

Betäubung

Örtliche Betäubung und leichte Sedierung

Dauer

60–90 Minuten

Aufenthalt

Kurze Hospitalisation (1–2 Nächte)

Erholung

Leichte Bauchschmerzen für 1–2 Tage sind normal

Was sind viszerale Aneurysmen?

Aussackungen der Eingeweidearterien

Aneurysmen sind Aussackungen von Arterien. Viszerale Aneurysmen betreffen die Eingeweidearterien, am häufigsten die Milzarterie, die Leberarterie und die Nierenarterien.

Wie werden viszerale Aneurysmen behandelt?

Embolisation oder Stentgraft

Embolisation

Gezielter Verschluss des Aneurysmas von innen mit Coils oder Flüssigembolisat, über den Katheter.

Stentgraft

Einlage einer gedeckten Endoprothese, die das Aneurysma überbrückt und ausschaltet, während der Hauptblutfluss erhalten bleibt.

Häufige Fragen zu viszeralen Aneurysmen

FAQ

Das hängt von der Lage ab. Aneurysmen der Milz- und der Nierenarterie werden in der Regel ab 3 cm behandelt, solche der Leberarterie und des Truncus coeliacus ab 2 cm. Aneurysmen der oberen Mesenterialarterie, der pankreatikoduodenalen Arkaden und der Magenarterien sowie Pseudoaneurysmen werden meist unabhängig von ihrer Grösse behandelt – ebenso Milzarterienaneurysmen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Auch rasches Wachstum ist ein Grund zur Behandlung. Symptomatische oder rupturierte Aneurysmen sind Notfälle und werden sofort behandelt.

Nach einer Embolisation oder Stentgraft-Einlage sind leichte Bauchschmerzen für 1–2 Tage normal.

Bitte kontaktieren Sie uns oder die Notfallstation umgehend bei:

  • Plötzlichen, starken Bauchschmerzen (mögliche Ruptur oder Ischämie)
  • Fieber über 38,5 °C mit Schüttelfrost
  • Zeichen einer Blutung: Kreislaufkollaps, starkem Schwindel, Blut im Stuhl
Wissenschaftliche Referenzen
  1. Übersichtsarbeit Jesinger RA, Thoreson AA, Lamba R. Abdominal and pelvic aneurysms and pseudoaneurysms: imaging review with clinical, radiologic, and treatment correlation. Radiographics. 2013;33(3):E71–E96. PubMed ↗
  2. Leitlinie Chaer RA, Abularrage CJ, Coleman DM, et al. The Society for Vascular Surgery clinical practice guidelines on the management of visceral aneurysms. J Vasc Surg. 2020;72(1S):3S–39S. PubMed ↗

Literatur geprüft im Oktober 2026

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