Vaskuläre Erektionsstörung: Gezielt behandeln – Angioplastie und Venenverschluss in Zürich

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026

Kurz beantwortet

Bei einer vaskulär bedingten Erektionsstörung liegt die Ursache in den Gefässen: Verengte Arterien lassen zu wenig Blut in die Schwellkörper des Penis fliessen, oder undichte Venen leiten es zu schnell ab (venöses Leck). Die IRZ in Zürich weitet verengte Arterien mit einer Ballonangioplastie auf und verschliesst undichte Venen gezielt per Katheter, oftmals ambulant und unter örtlicher Betäubung.

Die erektile Dysfunktion (Erektionsstörung) betrifft Millionen von Männern weltweit und ist ein Thema, über das noch immer viel zu selten offen gesprochen wird. In vielen Fällen steckt dahinter eine körperliche Ursache, die behandelt werden kann. Insbesondere wenn Medikamente wie PDE5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil) nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden, lohnt es sich, nach einer vaskulären Ursache zu suchen.

Wenn das Problem in den Gefässen liegt, also bei zu engen Penisgefässen oder undichten Venen, kann die Interventionelle Radiologie gezielt helfen.

Auf einen Blick

Verfahren

Ballonangioplastie verengter Arterien, oftmals mit Stent; bei venösem Leck kathetergesteuerter Venenverschluss

Betäubung

Örtliche Betäubung

Dauer

60–90 Minuten, je nach Befund

Aufenthalt

Oftmals ambulant

Erholung

Körperliche Schonung für 24–48 Stunden

Nachkontrolle

Klinische Kontrolle nach 4–6 Wochen

Was ist eine vaskuläre erektile Dysfunktion?

Zwei mögliche Ursachen

Eine Erektion entsteht, wenn ausreichend Blut in die Schwellkörper des Penis fliesst und dort gehalten wird. Funktioniert dieses System nicht, gibt es zwei mögliche Ursachen:

Arterielle (arteriogene) ED

Die Arterien, die den Penis versorgen, sind verengt (oft durch Arteriosklerose), und zu wenig Blut gelangt in die Schwellkörper. Risikofaktoren: Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht.

Venöse ED («Venous Leakage»)

Das Blut fliesst durch undichte Venen zu schnell aus den Schwellkörpern ab, bevor eine stabile Erektion erreicht werden kann. Typisches Zeichen: Die Erektion kommt, hält aber nicht an.

Wichtig: Bevor eine vaskuläre Behandlung in Betracht gezogen wird, müssen psychogene, hormonelle und neurologische Ursachen ausgeschlossen werden. Die Abklärung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Urologie.

Welche Behandlungen bietet die Interventionelle Radiologie?

Arterien aufdehnen, undichte Venen verschliessen

Arteriogene ED: Angioplastie der Penisgefässe

Bei nachgewiesener arterieller Minderdurchblutung können die verengten Arterien durch eine Ballonangioplastie aufgedehnt werden, ähnlich wie bei einer Herzkatheterdehnung. Unter Bildkontrolle wird ein Katheter durch die Leiste bis zu den Penisgefässen geführt; ein kleiner Ballon weitet die Engstelle auf, oftmals wird ein Stent eingesetzt. Ziel ist eine bessere Durchblutung der Schwellkörper.

Venöses Leck: kathetergesteuerter Venenverschluss

Beim venösen Leck wird das Blut aus den Schwellkörpern zu schnell abgeleitet. Durch einen gezielten, kathetergesteuerten Verschluss der undichten Venen kann dieser vorzeitige Abfluss vermindert werden. Das Ziel: länger anhaltende Erektionen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Von der Abklärung bis zur Nachsorge

Abklärung

Ein Duplex-Ultraschall der Penisgefässe (unter Erektion) unterscheidet eine arterielle von einer venösen Ursache. Diese Abklärung erfolgt durch einen der Ärzte der IRZ oder durch erfahrene diagnostische Radiologen.

Der Eingriff

Oftmals ambulant, unter örtlicher Betäubung. Bei einem arteriellen Problem: Katheterzugang über die Leistenarterie, Darstellung der Beckenarterien und Ballonangioplastie der erkrankten Arterie, oftmals mit Stent. Bei einem venösen Problem: Direktpunktion einer Penisvene, Darstellung mit Kontrastmittel und Verkleben der erkrankten Venen.

Dauer

60–90 Minuten, je nach Befund.

Nachsorge

Klinische Kontrolle nach 4–6 Wochen. Die weitere Nachsorge richtet sich nach dem Verfahren.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt mit allen spezifischen Anweisungen.

Für wen ist die Behandlung geeignet?

Und für wen nicht

Geeignet
  • Männer mit gesicherter vaskulärer Ursache der ED (arteriell oder venös)
  • Männer, bei denen PDE5-Hemmer nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden
  • Nach Ausschluss psychogener, hormoneller und neurologischer Ursachen
Nicht oder eingeschränkt geeignet
  • Erektile Dysfunktion psychogener oder neurologischer Ursache
  • Hormonelle Ursachen (Testosteronmangel: zuerst behandeln)
  • Schwere Begleiterkrankungen, die einen Kathetereingriff ausschliessen

Häufige Fragen zur vaskulären Erektionsstörung

FAQ

Ja. Bei einem Teil der Männer, die nicht auf PDE5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil) ansprechen, lassen sich Engstellen der Becken- oder Penisarterien nachweisen. In diesen Fällen kann eine endovaskuläre Revaskularisation (Ballondilatation, Stent) die Erektionsfähigkeit deutlich verbessern – ohne Penisprothese.

Nein. Zwischen Medikamenten und Penisprothese gibt es die endovaskuläre Therapie: Angioplastie der Pudendalarterien und/oder venöse Embolisation bei venösem Leck. Aktuelle Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse bei sorgfältig ausgewählten Patienten mit vaskulär bedingter ED. Die Penisprothese bleibt eine Option, aber nicht die einzige.

Durch einen spezifischen Duplex-Ultraschall der Penisgefässe unter Erektion (nach Injektion eines gefässerweiternden Medikaments, z. B. Alprostadil, in den Schwellkörper). Dabei wird die Durchblutung der Schwellkörperarterien gemessen (Peak Systolic Velocity) und beurteilt, ob das Blut zu schnell abfliesst (venöses Leck). Diese Abklärung führen wir in enger Kooperation mit der Urologie durch.

Die bisherigen Studien zeigen eine gute initiale Erfolgsrate. Im Verlauf nehmen die Ergebnisse bei einem Teil der Patienten wieder ab. Solche «Rezidive» sind bei vaskulären Erkrankungen nicht ungewöhnlich, da die zugrunde liegenden Gefässveränderungen fortschreiten können. Eine Wiederholung des Eingriffs oder ergänzende Medikamente können in diesen Fällen diskutiert werden.

Das hängt von einer sorgfältigen Abklärung ab. Kandidaten sind Männer mit nachgewiesener vaskulärer ED (arteriell oder venös), bei denen andere Ursachen (Psyche, Hormone, Nerven) ausgeschlossen wurden. Die Abklärung dauert in der Regel eine Sprechstunde plus Ultraschall.

Ja, die interventionelle Behandlung kann parallel zu PDE5-Hemmern oder nach deren Versagen eingesetzt werden. Die Medikamente wirken über einen anderen Mechanismus und schliessen den Eingriff nicht aus.

Bei arterieller ED werden die verengten Penisgefässe durch eine Ballonangioplastie aufgedehnt, damit mehr Blut einfliessen kann. Bei venöser ED werden die undichten Venen durch einen kathetergesteuerten Verschluss abgedichtet, damit das Blut länger in den Schwellkörpern verbleibt. Beide Eingriffe sind minimal-invasiv, aber technisch unterschiedlich.

Wie bei allen minimal-invasiven Katheterverfahren sind lokale Komplikationen (Bluterguss an der Einstichstelle) möglich, aber selten. Schwerwiegende Komplikationen sind selten (in einer Übersichtsarbeit bei etwa 1–2,5 % der Behandelten). Wir erläutern alle relevanten Risiken ausführlich im Aufklärungsgespräch.

Nach der Angioplastie oder dem venösen Verschluss ist ein leichter Druck an der Einstichstelle (Leiste bzw. Penis) für 1–2 Tage normal. Wichtig ist körperliche Schonung für 24–48 Stunden.

Normal und zu erwarten:

  • Leichter Druckschmerz an der Einstichstelle (Leiste bzw. Penis) für 1–2 Tage
  • Kleiner Bluterguss an der Einstichstelle

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

  • Starker, rasch zunehmender Schwellung im Leistenbereich (mögliches Hämatom)
  • Plötzlichen starken Schmerzen im Becken oder in den Beinen
  • Fieber, Rötung oder Eiter an der Einstichstelle
Wissenschaftliche Referenzen
  1. Übersichtsarbeit Spiliopoulos S, Shaida N, Katsanos K, Krokidis M. The Role of Interventional Radiology in the Diagnosis and Management of Male Impotence. Cardiovasc Intervent Radiol. 2013;36(5):1204–1212. PubMed ↗
  2. Metaanalyse Doppalapudi SK, Wajswol E, Shukla PA, et al. Endovascular Therapy for Vasculogenic Erectile Dysfunction: A Systematic Review and Meta-Analysis of Arterial and Venous Therapies. J Vasc Interv Radiol. 2019;30(8):1251–1258.e2. PubMed ↗
  3. Prospektive Studie Wang TD, Lee WJ, Yang SC, et al. Safety and six-month durability of angioplasty for isolated penile artery stenoses in patients with erectile dysfunction: a first-in-man study. EuroIntervention. 2014;10(1):147–156. PubMed ↗
  4. Übersichtsarbeit Dean RC, Lue TF. Physiology of Penile Erection and Pathophysiology of Erectile Dysfunction. Urol Clin North Am. 2005;32(4):379–395. PubMed ↗
  5. Fallserie Diehm N, Hirschle D, Kalka C, et al. Venous Leak Embolization Results in Clinical Improvement of Patients with Mixed Arterio-Venous Erectile Dysfunction Not Responding to Arterial Revascularization Alone. Cardiovasc Intervent Radiol. 2025;48(2):184–193. DOI ↗

Literatur geprüft im Oktober 2026

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Eingriff

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