CRPS (Morbus Sudeck): Embolisation krankhafter Gefässe als neuer Ansatz in Zürich

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026

Kurz beantwortet

Das Komplexe Regionale Schmerzsyndrom (CRPS, früher Morbus Sudeck) verursacht brennende Dauerschmerzen, Schwellung sowie eine veränderte Hautfarbe und -temperatur an einer Extremität, oft nach einem Trauma oder einer Operation. Sorgfältig ausgewählten Patienten mit gesichertem CRPS bietet die IRZ nach Ausschöpfung konservativer Therapien eine Embolisation an. Sie ist ein neuer Ansatz und noch keine anerkannte Standardtherapie.

Das Komplexe Regionale Schmerzsyndrom (CRPS, früher bekannt als Morbus Sudeck oder Reflexdystrophie) ist ein sehr belastendes Schmerzsyndrom. Brennende Dauerschmerzen, Schwellung, veränderte Hautfarbe und -temperatur an einer Extremität – oft nach einem vermeintlich harmlosen Trauma oder einer Operation.

Viele Betroffene durchlaufen jahrelange Therapieversuche ohne dauerhaften Erfolg.

Die Interventionelle Radiologie bietet mit der gezielten Embolisation krankhafter Gefässe einen neuen, experimentellen Therapieansatz, der bisher nur in Einzelfällen beschrieben ist.

Auf einen Blick

Verfahren

Gezielte Embolisation krankhafter Gefässe in der betroffenen Extremität

Stellenwert

Neuer Ansatz, noch keine anerkannte Standardtherapie

Voraussetzung

Gesichertes CRPS, ausgeschöpfte konservative Therapien und Nachweis pathologischer Neugefässe im Duplex-Ultraschall

Zugang

Je nach Region über die Leiste oder über eine Arterie am Arm

Betäubung

Örtliche Betäubung

Dauer

20–60 Minuten, je nach Lokalisation und Befund

Aufenthalt

In den meisten Fällen ambulant

Nach dem Eingriff

Leichte Zunahme der lokalen Beschwerden für 24–48 Stunden möglich

Was ist CRPS?

Typische Beschwerden

Beim CRPS ist eine Extremität betroffen, also ein Arm oder ein Bein. Typisch sind:

Brennende Dauerschmerzen

Schwellung

Veränderte Hautfarbe und -temperatur

Beginn oft nach einem vermeintlich harmlosen Trauma oder einer Operation

Wie wirkt die Embolisation bei CRPS?

Der interventionelle Ansatz

Bei CRPS wird – ähnlich wie bei chronischen Gelenkerkrankungen – vermutet, dass krankhaft veränderte, teils neu gebildete Blutgefässe zusammen mit Nervenfasern zur Entzündung und zum Schmerz beitragen. Die Embolisation dieser Gefässe zielt darauf ab, die Entzündungsaktivität zu reduzieren und damit die Grundlage des Schmerzkreislaufs zu unterbrechen.

Dieser Ansatz ist experimentell und wissenschaftlich noch kaum untersucht. Er wird bei der IRZ nur für sorgfältig ausgewählte Patientinnen und Patienten nach Ausschöpfung konservativer Therapien angeboten.

Für wen ist die Embolisation bei CRPS geeignet?

Sorgfältige Auswahl

Geeignet
  • Gesichertes CRPS nach Ausschöpfung konservativer Therapien (Physiotherapie, Schmerztherapie, medikamentöse Therapie)
  • Nachweis einer pathologischen Neovaskularisierung in der betroffenen Region im Duplex-Ultraschall
Nicht oder eingeschränkt geeignet
  • Aktiver Entzündungsprozess anderer Ursache

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt.

Häufige Fragen zu CRPS und Embolisation

FAQ

Nein. Die Embolisation bei CRPS ist ein neuer, experimenteller Therapieansatz, der bisher nur in Einzelfällen beschrieben ist. Wir setzen ihn nach sorgfältiger Selektion und in Absprache mit Ihren behandelnden Schmerztherapeuten ein und informieren Sie transparent über den aktuellen Evidenzstand.

In publizierten Fallberichten zeigten einige Patienten eine Schmerzreduktion innerhalb von Wochen nach der Behandlung. Das individuelle Ansprechen ist jedoch variabel.

Wenn die Embolisation nicht ausreichend wirkt, stehen weiterhin andere Therapieoptionen zur Verfügung: Sympathikusblockaden, Spinal Cord Stimulation (Rückenmarkstimulation) und psychologische Schmerztherapie. CRPS ist eine komplexe Erkrankung, die ein multimodales Behandlungskonzept erfordert.

Nach der Embolisation bei CRPS ist eine leichte Zunahme der lokalen Beschwerden für 24–48 Stunden möglich, ähnlich wie bei anderen Gelenkembolisationen.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

  • Starker Zunahme der typischen CRPS-Beschwerden (Brennschmerz, Schwellung, Verfärbung) über 48 Stunden hinaus
  • Fieber über 38,5 °C
  • Zeichen einer Infektion an der Einstichstelle
  • Neu aufgetretener Taubheit oder Lähmung
Wissenschaftliche Referenzen
  1. Übersichtsarbeit Tran DQH, Duong S, Bertini P, et al. Treatment of complex regional pain syndrome: a review of the evidence. Can J Anaesth. 2010;57(2):149–166. PubMed ↗
  2. Konsensuspapier Harden RN, Bruehl S, Stanton-Hicks M, et al. Proposed new diagnostic criteria for complex regional pain syndrome. Pain Med. 2007;8(4):326–331. PubMed ↗

Literatur geprüft im Oktober 2026

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