Krampfadern: Ambulant behandeln – Radiofrequenz- und Lasertherapie (EVLT) in Zürich

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026

Kurz beantwortet

Krampfadern entstehen, wenn die Venenklappen versagen und das Blut in den Beinvenen zurückfliesst. Bei der Radiofrequenzablation und der endovenösen Lasertherapie (EVLT) wird unter Ultraschallkontrolle ein Katheter in die erweiterte Vene eingeführt; Radiofrequenz- oder Laserenergie verschliesst die Venenwand von innen. Der Eingriff erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung (Tumeszenzanästhesie); beide Methoden sind gleichwertig wirksam.

Krampfadern entstehen, wenn die Venenklappen versagen und das Blut in den Beinvenen zurückfliesst, statt gleichmässig zum Herzen transportiert zu werden.

Das klassische Stripping-Verfahren wird heute nur noch selten benötigt: Radiofrequenz- und Lasertherapie verschliessen die Krampfadern von innen – ambulant, ohne grosse Schnitte, in der Regel ohne sichtbare Narben.

Auf einen Blick

Verfahren

Radiofrequenzablation oder endovenöse Lasertherapie (EVLT); kleinere Seitenvarizen und Besenreiser mit Schaumsklerosierung

Betäubung

Tumeszenzanästhesie (Lokalanästhesie entlang der Vene)

Aufenthalt

Ambulant

Erholung

Gehen sofort, normale Alltagsaktivitäten nach 1–2 Tagen, Sport nach 1–2 Wochen

Nach dem Eingriff

Kompressionsstrümpfe für 1–2 Wochen

Woran erkennt man Krampfadern?

Typische Beschwerden

Müde, schwere Beine nach längerem Stehen

Sichtbare, geschlängelte Venen an den Beinen

Schwellungen, die abends zunehmen

Wie werden Krampfadern behandelt?

Drei Verfahren

Radiofrequenzablation

Ein Katheter wird unter Ultraschallkontrolle in die erweiterte Vene eingeführt. Radiofrequenzenergie erwärmt und verschliesst die Venenwand von innen. Die behandelte Vene wird vom Körper narbig umgebaut.

Endovenöse Lasertherapie (EVLT)

Gleiche Technik, aber mit Laserenergie statt Radiofrequenz. Beide Methoden sind gleichwertig wirksam.

Schaumsklerosierung

Für kleinere Seitenvarizen und Besenreiser wird ein Sklerosierungsschaum injiziert, der die Vene verödet.

Auch bei offenen Beinen (venösen Ulzera) beschleunigt eine frühe endovenöse Behandlung die Abheilung: In einer randomisierten Studie heilten die Wunden im Median nach 56 statt nach 82 Tagen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Vor und nach dem Eingriff

Vor dem Eingriff

Ein Duplex-Ultraschall der Beinvenen dient zur Kartierung.

Der Eingriff

Der Eingriff erfolgt ambulant in Tumeszenzanästhesie (Lokalanästhesie entlang der Vene) und ist daher kaum schmerzhaft.

Nach dem Eingriff

Kompressionsstrümpfe für 1–2 Wochen. Gehen ist sofort möglich und erwünscht, normale Alltagsaktivitäten nach 1–2 Tagen, Sport nach 1–2 Wochen.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt.

Was sagt die Wissenschaft?

Evidenzbasierte Ergebnisse

Radiofrequenz- und Lasertherapie wurden in grossen randomisierten Studien mit der klassischen Stripping-Operation verglichen, die Lasertherapie auch über 5 Jahre. Die Ergebnisse im Überblick:

95 %

Ein Jahr nach Radiofrequenz- oder Lasertherapie war die behandelte Stammvene bei rund 95 % verschlossen bzw. ohne Rückfluss (randomisierte Studie mit 500 Patientinnen und Patienten; Rasmussen et al., 2011).

88 %

Fünf Jahre nach der Lasertherapie war die Behandlung bei 88 % anatomisch erfolgreich, nach der Stripping-Operation bei 83 % (Metaanalyse randomisierter Studien; Hamann et al., 2017).

1–2 Tage

Im Median waren die Patientinnen und Patienten nach 1 Tag (Radiofrequenz) bzw. 2 Tagen (Laser) wieder normal aktiv, nach Stripping nach 4 Tagen (Rasmussen et al., 2011).

Die CLASS-Studie (Brittenden et al., 2019, New England Journal of Medicine) verglich an 11 Zentren in Grossbritannien bei 798 Patientinnen und Patienten die Lasertherapie mit der Schaumverödung der Stammvene und mit der Operation. Nach 5 Jahren war die krankheitsspezifische Lebensqualität nach Lasertherapie oder Operation besser als nach Schaumverödung; in der Kosten-Nutzen-Analyse sprach die Mehrzahl der Modellrechnungen für die Lasertherapie. Die Radiofrequenzablation war nicht Teil dieser Studie; im direkten Vergleich mit der Lasertherapie war sie nach einem Jahr vergleichbar wirksam (Rasmussen et al., 2011).

  • Offene Beine (venöse Ulzera): In einer randomisierten Studie mit 450 Patientinnen und Patienten heilten die Wunden nach früher endovenöser Behandlung schneller als bei aufgeschobener Behandlung, im Median nach 56 statt 82 Tagen (Gohel et al., 2018).

Häufige Fragen zur Behandlung von Krampfadern

FAQ

Nein. Die Tumeszenzanästhesie, eine Infiltrationsanästhesie entlang der gesamten Vene, macht den Eingriff weitgehend schmerzfrei. Die Injektion der Betäubung selbst wird als leichtes Brennen wahrgenommen.

Die behandelte Vene bleibt in den allermeisten Fällen dauerhaft verschlossen – in einer grossen randomisierten Studie war sie nach einem Jahr bei rund 95 % verschlossen. Selten öffnet sie sich wieder und kann dann erneut behandelt werden. Zudem können sich – je nach Veranlagung – im Lauf der Jahre neue Varizen an anderen Stellen bilden.

Spazieren ist sofort möglich und sogar empfohlen, normale Alltagsaktivitäten nach 1–2 Tagen. Intensiveres Training und Laufen sind nach 1–2 Wochen wieder möglich.

Nach EVLT oder Radiofrequenzablation der Vene sind Druckgefühl, leichte Schwellung und blaue Flecken am Bein für 1–2 Wochen normal. Eine gewisse Verhärtung entlang der behandelten Vene ist ebenfalls normal und bildet sich über Wochen zurück.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

  • Starker Rötung, Schwellung und Erwärmung entlang der behandelten Vene, kombiniert mit Fieber (mögliche Thrombophlebitis)
  • Plötzlichem starkem Schmerz im Bein, Schwellung des gesamten Beins oder Atemnot (Anzeichen einer tiefen Venenthrombose oder Lungenembolie)
  • Offenen Hautstellen oder Blasen entlang der Behandlungslinie
Wissenschaftliche Referenzen
  1. Randomisierte Studie Rasmussen LH, Lawaetz M, Bjoern L, et al. Randomized clinical trial comparing endovenous laser ablation, radiofrequency ablation, foam sclerotherapy and surgical stripping for great saphenous varicose veins. Br J Surg. 2011;98(8):1079–1087. PubMed ↗
  2. Randomisierte Studie Gohel MS, Heatley F, Liu X, et al. A randomized trial of early endovenous ablation in venous ulceration. N Engl J Med. 2018;378(22):2105–2114. PubMed ↗
  3. Metaanalyse Hamann SAS, Giang J, De Maeseneer MGR, et al. Five Year Results of Great Saphenous Vein Treatment: A Meta-analysis. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2017;54(6):760–770. DOI ↗
  4. Randomisierte Studie Brittenden J, Cooper D, Dimitrova M, et al. Five-Year Outcomes of a Randomized Trial of Treatments for Varicose Veins. N Engl J Med. 2019;381(10):912–922. PubMed ↗

Literatur geprüft im Oktober 2026

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