Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026
Kurz beantwortet
Eine tiefe Venenthrombose (TVT), besonders in den Beckenvenen, kann zum postthrombotischen Syndrom mit chronischen Schwellungen, Schmerzen und Hautveränderungen führen. Bei ausgedehnten Beckenvenenthrombosen kann eine kathetergesteuerte Thrombolyse oder Thrombektomie die Vene rasch wiedereröffnen. Beim May-Thurner-Syndrom komprimiert die rechte Beckenarterie die linke Beckenvene; ein Venenstent hebt die Kompression auf.
Eine tiefe Beinvenenthrombose (TVT) kann langfristige Folgen haben, besonders wenn die Beckenvenen betroffen sind. Bei ausgedehnten Beckenvenenthrombosen kann eine kathetergesteuerte Thrombolyse oder Thrombektomie die Vene rasch wiedereröffnen und das Risiko langfristiger Schäden reduzieren.
Das May-Thurner-Syndrom ist eine anatomische Ursache wiederkehrender Thrombosen – und lässt sich in den meisten Fällen mit einem Stent langfristig beheben.
Auf einen Blick
Welche Folgen kann eine tiefe Venenthrombose haben?
Das postthrombotische Syndrom
Langfristig kann sich ein postthrombotisches Syndrom entwickeln. Typisch sind:
Was ist das May-Thurner-Syndrom?
Eine anatomische Variante
Beim May-Thurner-Syndrom komprimiert die rechte Beckenarterie die linke Beckenvene von aussen – eine anatomische Variante: Eine deutliche Einengung der linken Beckenvene findet sich bei bis zu einem Viertel der Bevölkerung, meist ohne Beschwerden. Bei manchen Betroffenen führt sie zu Beinschwellung oder Schmerzen, und häufig fällt sie erst bei einer Thrombose auf. Durch Stentimplantation in die komprimierte Vene wird die Kompression aufgehoben; der Stent bleibt bei den meisten Patienten langfristig offen.
Wie läuft die Behandlung ab?
Thrombektomie und Stent
Häufige Fragen zu TVT und May-Thurner-Syndrom
FAQ
Es handelt sich um eine angeborene anatomische Variante: Die rechte Beckenarterie komprimiert die linke Beckenvene gegen den Wirbelkörper. Oft verursacht diese Variante keine Beschwerden, solange keine Thrombose entsteht. Bei manchen Betroffenen führt die Einengung aber auch ohne Thrombose zu Beinschwellung, Schmerzen oder Hautveränderungen. Viele Betroffene erfahren erst bei einer Thrombose, dass eine May-Thurner-Anatomie vorliegt.
Selbstexpandierende Venenstents zeigen eine gute Langzeitdurchgängigkeit. Nach der Implantation sind für eine gewisse Zeit Blutverdünner erforderlich; Art und Dauer richten sich nach der individuellen Situation. Regelmässige Duplexkontrollen sind wichtig.
Ja, in der Regel für einige Monate bis ein Jahr, je nach Thromboseanamnese und individuellen Risikofaktoren. Dies wird gemeinsam mit einem Angiologen oder Hämatologen festgelegt.
Nach Thrombolyse und Stentimplantation bei einer Beckenvenenthrombose sind ein Druckgefühl im Bein und eine langsam abnehmende Schwellung für mehrere Wochen normal.
Bitte kontaktieren Sie uns oder die Notfallstation umgehend bei:
- Plötzlich zunehmender Beinschwellung oder starken Beinschmerzen (möglicher Stent-Verschluss)
- Atemnot oder Brustschmerzen (Anzeichen einer Lungenembolie – Notfall)
- Blutungen aus der Einstichstelle, die nicht aufhören
Wissenschaftliche Referenzen
- Retrospektive Studie Raju S, Neglen P. High prevalence of nonthrombotic iliac vein lesions in chronic venous disease: a permissive role in pathogenicity. J Vasc Surg. 2006;44(1):136–144. PubMed ↗
- Randomisierte Studie Vedantham S, Goldhaber SZ, Julian JA, et al. Pharmacomechanical catheter-directed thrombolysis for deep-vein thrombosis. N Engl J Med. 2017;377(23):2240–2252. PubMed ↗
- Randomisierte Studie Comerota AJ, Kearon C, Gu CS, et al. Endovascular thrombus removal for acute iliofemoral deep vein thrombosis: analysis from a stratified multicenter randomized trial. Circulation. 2019;139(9):1162–1173. PubMed ↗
- Retrospektive Studie Kibbe MR, Ujiki M, Goodwin AL, et al. Iliac vein compression in an asymptomatic patient population. J Vasc Surg. 2004;39(5):937–943. PubMed ↗
- Retrospektive Studie Neglén P, Hollis KC, Olivier J, et al. Stenting of the venous outflow in chronic venous disease: long-term stent-related outcome, clinical, and hemodynamic result. J Vasc Surg. 2007;46(5):979–990.e1. PubMed ↗
Literatur geprüft im Oktober 2026
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Indikation
Ausgedehnte tiefe Venenthrombose mit Beteiligung der Beckenvenen; May-Thurner-Syndrom (Kompression der linken V. iliaca communis durch die rechte A. iliaca communis), besonders bei wiederkehrenden Thrombosen.
Hilfreiche Unterlagen
Duplexsonographie oder CT-/MRI-Phlebographie der Bein- und Beckenvenen; Angaben zur aktuellen Antikoagulation und zu früheren Thrombosen.
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