Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026
Kurz beantwortet
Die meisten Ovarialzysten bilden sich von selbst zurück. Bleibt eine einfache Zyste trotz Verlaufskontrollen bestehen oder macht sie Beschwerden, muss sie nicht immer operiert werden: Unter Ultraschallkontrolle wird die Flüssigkeit mit einer feinen Nadel abgesaugt und die Zystenwand verödet (Sklerosierung, z. B. mit Ethanol), oft ambulant und ohne Vollnarkose. Bei komplexen Zysten oder Malignitätsverdacht bleibt die Laparoskopie der Standard.
Ovarialzysten, also Flüssigkeitsansammlungen auf oder in den Eierstöcken, sind häufig. Die meisten sind funktioneller Natur und bilden sich von selbst zurück. Manche Zysten wachsen aber, verursachen Druckgefühl oder Schmerzen im Unterleib und verschwinden trotz mehrerer Kontrolluntersuchungen nicht. In diesen Fällen ist eine gezielte Behandlung sinnvoll.
Eine gezielte Behandlung muss heute nicht mehr zwingend eine Operation bedeuten.
Auf einen Blick
Was sind Ovarialzysten?
Formen und Beschwerden
Ovarialzysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die sich auf oder in den Eierstöcken bilden. Man unterscheidet:
Beschwerden treten auf bei:
Grossen Zysten (Druckgefühl auf Blase oder Darm)
Stieldrehung (akut schmerzhaft)
Ruptur (Platzen der Zyste)
Chronisch persistierenden Zysten
Wie funktionieren Aspiration und Sklerosierung?
Schritt für Schritt
Für einfache, gutartige Zysten, die Beschwerden machen, ist die ultraschallgesteuerte Aspiration mit anschliessender Sklerosierung eine minimal-invasive Behandlungsmöglichkeit; die Erfahrungen stammen bisher aus kleineren Studien:
Vorbereitung und Nachsorge
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Und für wen nicht
- Einfache, flüssigkeitsgefüllte Zysten ohne komplexe Binnenstruktur
- Persistierende oder symptomatische Zysten nach mehrmaliger Verlaufskontrolle
- Postmenopausale Patientinnen mit einfachen, gutartig erscheinenden Zysten, die Beschwerden machen (nach gynäkologischer Abklärung)
- Komplexe Zysten mit Septen, Knoten oder Binnenechos (zunächst gynäkologische Abklärung)
- Malignitätsverdacht
- Endometriome (komplexere Therapieplanung erforderlich)
Häufige Fragen zu Ovarialzysten
FAQ
Nein. Einfache, symptomatische Ovarialzysten können unter Ultraschallkontrolle punktiert und durch Sklerosierung (z. B. mit Ethanol) behandelt werden. Das ist ein oft ambulanter Eingriff ohne Vollnarkose. Bei komplexen Zysten oder Malignitätsverdacht bleibt die Laparoskopie der Standard.
Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung, bei Bedarf mit Dämmerschlaf (Sedierung), durchgeführt und ist in der Regel gut verträglich. Beim Einstechen der Nadel spüren Sie möglicherweise kurz ein Ziehen oder Druckgefühl. Danach ist der Eingriff selbst kaum spürbar.
Nach alleiniger Aspiration kommt eine Zyste häufig zurück (in Studien bei rund einem Viertel der Patientinnen oder mehr). Die zusätzliche Verödung der Zystenwand sorgt dafür, dass sich die Zyste in den meisten Fällen nicht mehr in der vorherigen Grösse neu bildet.
Einfache, unkomplizierte Zysten, die vollständig mit Flüssigkeit gefüllt sind und keine komplexe Binnenstruktur zeigen. Vor dem Eingriff führen wir eine sorgfältige Ultraschalluntersuchung durch, um sicherzustellen, dass die Zyste geeignet ist.
Eine gynäkologische Abklärung ist empfohlen, um eine bösartige Veränderung auszuschliessen und die Art der Zyste zu bestimmen. Gerne stimmen wir uns direkt mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen ab oder vermitteln Ihnen eine Gynäkologin aus unserem Netzwerk.
Ein leichtes Druckgefühl oder Ziehen im Unterbauch für 1–2 Tage nach der Aspiration ist normal und klingt von selbst ab.
Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:
- Starken Unterleibsschmerzen, die rasch zunehmen (Anzeichen einer möglichen Komplikation wie Zystenruptur oder Blutung)
- Fieber über 38,0 °C
- Übelkeit und Erbrechen in Kombination mit Bauchschmerzen
Wissenschaftliche Referenzen
- Randomisierte Studie Zanetta G, Lissoni A, Torri V, et al. Role of puncture and aspiration in expectant management of simple ovarian cysts: a randomised study. BMJ. 1996;313(7065):1110–1113. PubMed ↗
- Fallserie Bret PM, Atri M, Guibaud L, et al. Ovarian cysts in postmenopausal women: preliminary results with transvaginal alcohol sclerosis. Work in progress. Radiology. 1992;184(3):661–663. PubMed ↗
- Fallserie Troiano RN, Taylor KJ. Sonographically guided therapeutic aspiration of benign-appearing ovarian cysts and endometriomas. AJR Am J Roentgenol. 1998;171(6):1601–1605. PubMed ↗
Literatur geprüft im Oktober 2026
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Online, per Telefon oder über Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wir melden uns innert eines Werktages.
Abklärung & Beratung
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Eingriff
Ambulant am INURAD oder stationär an der Klinik Hirslanden – je nach Eingriff.
Nachsorge
Kontrolltermine und ein Bericht an Ihre zuweisende Ärztin oder Ihren zuweisenden Arzt.
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Wir beraten Sie persönlich, diskret und unverbindlich. Vereinbaren Sie jetzt Ihr Beratungsgespräch.
Indikation
Einfache, flüssigkeitsgefüllte Ovarialzysten ohne komplexe Binnenstruktur, die nach mehrmaliger Verlaufskontrolle persistieren oder symptomatisch sind.
Hilfreiche Unterlagen
Gynäkologischer Befund mit Ultraschall zur Charakterisierung der Zyste (Ausschluss einer komplexen oder malignitätsverdächtigen Zyste) sowie die Vorbefunde der Verlaufskontrollen.
So weisen Sie zu
Zuweisungsformular per E-Mail an irz@hirslanden.ch oder Anruf unter +41 44 387 25 84. Wir melden uns innert eines Werktages und senden Ihnen nach dem Eingriff einen Bericht.
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