Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026
Kurz beantwortet
Leber- und Nierenzysten sind häufige Zufallsbefunde und meist harmlos. Werden sie sehr gross und verursachen Druckgefühl, Schmerzen oder eine Beeinträchtigung des Organs, lassen sie sich ohne Operation behandeln: Unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle wird die Zystenflüssigkeit mit einer feinen Nadel abgesaugt und anschliessend Alkohol (Ethanol) eingebracht, der die Zystenwand schädigt (Sklerosierung). Der Eingriff dauert 20–40 Minuten.
Zysten in Leber und Niere sind häufige Zufallsbefunde. Die meisten sind harmlos und benötigen keine Behandlung.
Wenn Zysten Beschwerden machen, muss die Behandlung heute nicht operativ sein.
Auf einen Blick
Wann sollten Leber- und Nierenzysten behandelt werden?
Wenn Zysten Beschwerden machen
Eine Behandlung ist sinnvoll, wenn eine Zyste sehr gross wird und Folgendes verursacht:
Wie läuft die Sklerosierung ab?
Aspiration und Alkohol-Sklerosierung
Für wen ist die Sklerosierung geeignet?
Und für wen nicht
- Sehr grosse Leber- oder Nierenzysten, die Druckgefühl, Schmerzen oder eine Beeinträchtigung des Organs verursachen
- Einfache Zysten (sie sind nahezu immer gutartig)
- Zysten ohne Beschwerden: Die meisten sind harmlos und benötigen keine Behandlung
- Komplexe Zysten mit Septen, Wandverdickungen oder Knoten: Vor einer Behandlung ist eine weiterführende bildgebende Abklärung nötig
Häufige Fragen zu Leber- und Nierenzysten
FAQ
Das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) ist nach Aspiration und Alkohol-Sklerosierung deutlich geringer als nach einer einfachen Aspiration allein. In Studien sind Erfolgsraten von etwa 70–95 % dokumentiert. Bei einem Rezidiv kann der Eingriff wiederholt werden.
Einfache Zysten sind nahezu immer gutartig. Bei komplexen Zysten (mit Septen, Wandverdickungen oder Knoten) muss vor der Behandlung eine weiterführende bildgebende Abklärung erfolgen.
Nach der Sklerosierung einer Zyste sind leichte Schmerzen im Oberbauch (Leberzyste) oder in der Flanke (Nierenzyste) für 1–2 Tage normal.
Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:
- Starken Bauch- oder Flankenschmerzen, die zunehmen
- Fieber über 38,5 °C
- Gelbfärbung der Augen oder der Haut (bei Leberzysten: möglicher Hinweis auf eine Reizung oder Verletzung der Gallenwege)
Wissenschaftliche Referenzen
- Retrospektive Studie Akhan O, Islim F, Balci S, et al. Percutaneous treatment of simple hepatic cysts: the long-term results of PAIR and catheterization techniques as single-session procedures. Cardiovasc Intervent Radiol. 2016;39(6):902–908. PubMed ↗
- Systematische Übersicht Wijnands TFM, Görtjes APM, Gevers TJG, et al. Efficacy and safety of aspiration sclerotherapy of simple hepatic cysts: a systematic review. AJR Am J Roentgenol. 2017;208(1):201–207. PubMed ↗
- Systematische Übersicht Brown D, Nalagatla S, Stonier T, et al. Radiologically guided percutaneous aspiration and sclerotherapy of symptomatic simple renal cysts: a systematic review of outcomes. Abdom Radiol (NY). 2021;46(6):2875–2890. PubMed ↗
- Fallserie Saini S, Mueller PR, Ferrucci JT Jr, et al. Percutaneous aspiration of hepatic cysts does not provide definitive therapy. AJR Am J Roentgenol. 1983;141(3):559–560. PubMed ↗
Literatur geprüft im Oktober 2026
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Eingriff
Ambulant am INURAD oder stationär an der Klinik Hirslanden – je nach Eingriff.
Nachsorge
Kontrolltermine und ein Bericht an Ihre zuweisende Ärztin oder Ihren zuweisenden Arzt.
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Indikation
Symptomatische einfache Leber- oder Nierenzysten, die durch ihre Grösse Druckgefühl, Schmerzen oder eine Beeinträchtigung des Organs verursachen. Komplexe Zysten (Septen, Wandverdickung, Knoten) erst nach weiterführender Bildgebung.
Hilfreiche Unterlagen
Aktuelle Bildgebung der Zyste (Ultraschall, CT oder MRI) und relevante Vorbefunde.
So weisen Sie zu
Zuweisungsformular per E-Mail an irz@hirslanden.ch oder Anruf unter +41 44 387 25 84. Wir melden uns innert eines Werktages und senden Ihnen nach dem Eingriff einen Bericht.
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