Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026
Kurz beantwortet
Bei der Myomembolisation (UAE) werden über einen dünnen Katheter gezielt die Blutgefässe verschlossen, die die Myome versorgen. Die Myome schrumpfen, bei den meisten Frauen lassen die Beschwerden deutlich nach, und die Gebärmutter bleibt erhalten. Der Eingriff erfolgt ohne Vollnarkose und ohne Bauchschnitt; die meisten Frauen sind nach 7–10 Tagen wieder arbeitsfähig.
Starke Regelblutungen, die den Alltag bestimmen. Ein Druckgefühl im Unterleib, das einfach nicht verschwindet. Nächte, in denen Schmerzen den Schlaf rauben. Wenn Myome wachsen, können sie das Leben einer Frau erheblich beeinträchtigen. Trotzdem hören viele Betroffene vom Arzt: «Warten wir noch ab.» Oder: «Da hilft nur eine Operation.»
Es gibt heute minimal-invasive Alternativen: die gut dokumentierte Myomembolisation und der MR-HIFU.
Die IRZ in Zürich bietet beide Eingriffe mit langjähriger Erfahrung an.
Auf einen Blick
Was sind Uterusmyome?
Symptome erkennen
Myome (medizinisch Leiomyome oder Uterusmyome) sind gutartige Geschwülste, die aus der Muskulatur der Gebärmutter entstehen. Sie gehören zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen: Schätzungsweise bis zu 70 % aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Myome, viele davon, ohne je Beschwerden zu bemerken.
Wenn Myome wachsen, können sie jedoch erhebliche Beschwerden verursachen:
Starke, verlängerte Monatsblutungen mit Blutkoageln und Anämie
Ständiges Druckgefühl oder Schmerzen im Unterleib
Häufiger Harndrang (das Myom drückt auf die Blase)
Verstopfung oder Rückenschmerzen
Lähmende Erschöpfung durch chronischen Blutverlust
Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit
Ablauf der Myomembolisation
Schritt für Schritt
Die Uterusarterienembolisation (UAE), auch Myomembolisation genannt, unterbricht gezielt die Blutversorgung der Myome. Ohne Blutversorgung können die Myome nicht überleben: Sie schrumpfen über die folgenden Wochen und Monate, und mit ihnen die Beschwerden.
Vorbereitung und Ablauf
MR-HIFU
Myombehandlung ganz ohne Nadel und ohne Schnitt
Neben der UAE bietet die IRZ auch den MR-gesteuerten fokussierten Ultraschall (MR-HIFU / MRgFUS) als Behandlungsoption für Uterusmyome an. Das Verfahren ist besonders schonend: Gebündelte Ultraschallwellen werden von aussen durch die Bauchdecke präzise auf das Myomgewebe gerichtet und erhitzen es auf über 60 °C, bis das Gewebe zerstört ist. Dafür braucht es keinen Schnitt, keine Nadel und keine Vollnarkose. Die gesamte Behandlung findet im MRI-Gerät statt, das die Myome dreidimensional darstellt und gleichzeitig den Therapieeffekt in Echtzeit überwacht.
MR-HIFU eignet sich besonders für Frauen mit wenigen, gut zugänglichen Myomen an der Vorderwand der Gebärmutter, die nicht submukös liegen, also nicht direkt unter der Gebärmutterschleimhaut. Die Sitzung dauert ca. 2 Stunden und findet ambulant im MRI-Gerät statt. Nicht alle Myome sind für HIFU geeignet: Lage, Grösse und MRI-Zugänglichkeit sind entscheidend. Wir beurteilen dies anhand des MRI-Befunds im Beratungsgespräch.
Was sagt die Wissenschaft?
Evidenzbasierte Ergebnisse
Die UAE gehört zu den am besten untersuchten minimal-invasiven Eingriffen in der Frauenmedizin. Die Datenlage ist überzeugend:
90 %
Rund 90 % der behandelten Frauen berichten über eine deutliche oder vollständige Besserung ihrer Beschwerden.
50–75 %
Die Myome schrumpfen innerhalb von 6 Monaten um durchschnittlich rund 50 % ihres Volumens, in einzelnen Studien um rund 75 %.
> 2/3
Mehr als zwei Drittel der Frauen kommen auch 10 Jahre nach einer erfolgreich durchgeführten UAE ohne Gebärmutterentfernung aus. Innerhalb der ersten 3 Jahre ist bei rund 14 % ein weiterer Eingriff nötig.
Der FEMME-Trial (Daniels et al., 2022), die grösste randomisierte Studie zum Vergleich von UAE und Myomektomie, zeigte: Beschwerden und Lebensqualität besserten sich nach beiden Eingriffen deutlich, im Wesentlichen ohne Unterschied zwischen den Verfahren. Die UAE ist jedoch deutlich weniger invasiv.
Für wen ist die Myomembolisation geeignet?
Und für wen nicht
- Frauen mit symptomatischen Myomen (starke Blutungen, Druckbeschwerden, Schmerzen)
- Frauen, die eine Operation vermeiden oder hinausschieben möchten
- Frauen, bei denen Medikamente nicht ausreichend wirken
- Frauen mit mehreren oder grossen Myomen (die UAE behandelt alle gleichzeitig)
- Frauen mit malignitätsverdächtigen Raumforderungen der Gebärmutter
- Aktive Infektionen im Beckenbereich
- Schwere Gerinnungsstörungen
Häufige Fragen zur Myomembolisation
FAQ
Die Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) ist die einzige Therapie, die Myome definitiv beseitigt, allerdings auf Kosten der Gebärmutter. Die Myomembolisation (UAE) ist eine gebärmuttererhaltende Alternative mit in Studien vergleichbarer Zufriedenheit: Rund 90 % der Frauen berichten über eine deutliche Besserung. Die UAE erfordert keine Vollnarkose und keinen Bauchschnitt, und die Erholungszeit ist deutlich kürzer. Die Entscheidung hängt von Faktoren wie Kinderwunsch, Myomgrösse und persönlichen Präferenzen ab.
Beide Verfahren erhalten die Gebärmutter. Die Myomektomie entfernt die Myome chirurgisch (offen oder laparoskopisch), die UAE verschliesst deren Blutversorgung ohne Schnitt. Der FEMME-Trial (2022) zeigte, dass beide Verfahren langfristig ähnliche Ergebnisse bei der Lebensqualität erzielen. Die UAE behandelt jedoch alle Myome gleichzeitig. Das ist ein Vorteil, wenn mehrere Knoten vorliegen.
Nicht jedes Myom muss operiert werden. Kleinere, beschwerdefreie Myome werden beobachtet. Bei Beschwerden stehen neben der Operation (Myomektomie, Hysterektomie) auch minimal-invasive Verfahren wie die Myomembolisation (UAE) oder der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall (MRgFUS) zur Verfügung. Die UAE ist einer der am besten untersuchten nicht-chirurgischen Eingriffe und wird von internationalen Leitlinien für Frauen empfohlen, die ihre Gebärmutter erhalten möchten.
Bei der IRZ sind beide Settings möglich. Der Eingriff selbst ist ambulant gut durchführbar. Erfahrungsgemäss haben manche Patientinnen in der ersten Nacht trotz unserer standardmässig eingesetzten Schmerzprophylaxe (SHNB) stärkere Beschwerden. Wir besprechen gemeinsam mit Ihnen, welches Setting für Sie besser geeignet ist: ambulant mit guter Vorbereitung oder stationär mit direktem Zugang zu Fachpersonal.
Die winzigen Kunststoffpartikel (Mikrosphären) bleiben nach dem Eingriff an Ort und Stelle in den Gefässen und werden mit der Zeit teilweise vom Körper abgebaut. Entscheidend ist: Die Partikel wandern nicht an andere Körperstellen. Sie bleiben lokal in den Gebärmutterarterien und sind vollständig biokompatibel.
Diese Frage ist berechtigt. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024 fand nach UAE und Myomektomie vergleichbare Schwangerschaftsraten; die Daten stammen aber überwiegend aus Beobachtungsstudien. In randomisierten Studien wurden nach einer Myomektomie eher mehr Schwangerschaften beobachtet, aber nicht statistisch signifikant. Schwangerschaften nach UAE sind gut dokumentiert. Wenn Sie einen konkreten Kinderwunsch haben, besprechen wir gemeinsam, ob die UAE oder die Myomektomie für Ihre Situation besser geeignet ist.
Erste Verbesserungen wie schwächere Blutungen und weniger Druck treten meist nach 4–6 Wochen auf. Das optimale Ergebnis (maximale Schrumpfung der Myome) ist nach etwa 3–6 Monaten erreicht. Wir begleiten Sie mit Kontrollen auf diesem Weg.
Das ist kein Nachteil, im Gegenteil: Die UAE behandelt alle Myome gleichzeitig, unabhängig von ihrer Anzahl und auch bei grossen Myomen, solange sie über die Gebärmutterarterien versorgt werden. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der Myomektomie, bei der jeder Knoten einzeln entfernt werden muss. Bei einer sehr stark vergrösserten Gebärmutter ist besondere Vorsicht geboten; wir beurteilen dies anhand des MRI.
Der Eingriff selbst ist unter örtlicher Betäubung gut tolerierbar. In den ersten 24–48 Stunden danach treten typischerweise Unterleibskrämpfe auf, ähnlich starken Regelschmerzen (das sogenannte Post-Embolisations-Syndrom). Wir setzen standardmässig eine bewährte Nervenblockade ein und verordnen Ihnen wirksame Schmerzmedikamente. So sind diese Beschwerden gut beherrschbar.
Eine vorgängige gynäkologische Abklärung mit Bildgebung (Ultraschall) wird empfohlen und liegt in den meisten Fällen bereits vor. Sie können sich aber auch direkt bei uns melden. Wir koordinieren die weiteren Schritte dann gemeinsam mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen. Ein MRI melden wir in der Regel vor der Sprechstunde für Sie an.
Bei den meisten Frauen hält die Besserung über Jahre an. Ein Teil der Frauen benötigt jedoch später einen weiteren Eingriff: In einem grossen Register waren es innerhalb von 3 Jahren rund 14 %, und nach 10 Jahren hatte in Studien etwa ein Drittel der Frauen eine Gebärmutterentfernung. Es können sich auch neue Myome bilden. In diesem Fall kann die UAE wiederholt werden.
Nach dem Eingriff planen wir eine klinische Kontrolle sowie ein MRI der Gebärmutter, üblicherweise nach 3 und nach 6 Monaten. So können wir das Ansprechen der Myome dokumentieren und frühzeitig reagieren, falls etwas nicht wie erwartet verläuft.
Während der ersten 2–7 Tage nach der Myomembolisation sind Unterleibskrämpfe, leichtes Fieber (bis 38,5 °C) und allgemeines Unwohlsein normal. Sie gehören zum sogenannten Post-Embolisations-Syndrom und zeigen, dass der Eingriff wirkt.
Normal und zu erwarten:
- Krämpfe im Unterleib (ähnlich starken Regelschmerzen), gut kontrollierbar mit den verordneten Schmerzmitteln
- Leichtes Fieber (bis 38,5 °C) in den ersten 24–72 Stunden
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit für einige Tage
- Leichter, wässriger vaginaler Ausfluss in den ersten Wochen
Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:
- Fieber über 38,5 °C, das nach 48 Stunden nicht sinkt
- Starken, nicht kontrollierbaren Schmerzen trotz Schmerzmedikamenten
- Übelriechendem oder eitrigem vaginalem Ausfluss (Anzeichen einer Infektion)
- Starken Blutungen (mehr als eine Vorlage pro Stunde)
- Rötung, Schwellung oder eitrigem Ausfluss an der Einstichstelle des Katheters (Handgelenk oder Leiste)
Wissenschaftliche Referenzen
- Randomisierte Studie Daniels J, Middleton LJ, Cheed V, et al. Uterine artery embolisation versus myomectomy for premenopausal women with uterine fibroids wishing to avoid hysterectomy: the FEMME RCT. Health Technol Assess. 2022;26(22):1–74. PubMed ↗
- Metaanalyse Peng J, Wang J, Shu Q, et al. Systematic review and meta-analysis of current evidence in uterine artery embolization vs myomectomy for symptomatic uterine fibroids. Sci Rep. 2024;14(1):19252. PubMed ↗
- Übersichtsarbeit Behairy MS, Goldsmith D, Schultz C, et al. Uterine fibroids: a narrative review of epidemiology and management, with a focus on uterine artery embolization. Gynecol Pelvic Med. 2024;7:23. PubMed ↗
- Registerstudie Anchan RM, Spies JB, Zhang S, et al. Long-term health-related quality of life and symptom severity following hysterectomy, myomectomy, or uterine artery embolization for the treatment of symptomatic uterine fibroids. Am J Obstet Gynecol. 2023;229(3):275.e1–275.e17. PubMed ↗
- Nachschlagewerk Young M, Mikes BA. Uterine Fibroid Embolization. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025. PubMed ↗
- Systematische Übersicht Yerezhepbayeva M, Terzic M, Aimagambetova G, et al. Comparison of two invasive non-surgical treatment options for uterine myomas: uterine artery embolization and magnetic resonance guided high intensity focused ultrasound – systematic review. BMC Womens Health. 2022;22(1):55. PubMed ↗
- Prospektive Studie Joffre F, Tubiana JM, Pelage JP, et al. FEMIC (Fibromes Embolisés aux MICrosphères calibrées): uterine fibroid embolization using tris-acryl microspheres. A French multicenter study. Cardiovasc Intervent Radiol. 2004;27(6):600–606. PubMed ↗
- Randomisierte Studie de Bruijn AM, Ankum WM, Reekers JA, et al. Uterine artery embolization vs hysterectomy in the treatment of symptomatic uterine fibroids: 10-year outcomes from the randomized EMMY trial. Am J Obstet Gynecol. 2016;215(6):745.e1–745.e12. PubMed ↗
- Registerstudie Goodwin SC, Spies JB, Worthington-Kirsch R, et al. Uterine artery embolization for treatment of leiomyomata: long-term outcomes from the FIBROID Registry. Obstet Gynecol. 2008;111(1):22–33. PubMed ↗
Literatur geprüft im Oktober 2026
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In vier Schritten
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Online, per Telefon oder über Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wir melden uns innert eines Werktages.
Abklärung & Beratung
Wir sichten Ihre Befunde und Bilder und besprechen mit Ihnen, welche Behandlung passt.
Eingriff
Ambulant am INURAD oder stationär an der Klinik Hirslanden – je nach Eingriff.
Nachsorge
Kontrolltermine und ein Bericht an Ihre zuweisende Ärztin oder Ihren zuweisenden Arzt.
Möchten Sie wissen, ob dieser Eingriff für Sie geeignet ist?
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Indikation
Symptomatische Myome (Blutungsstörung, Druck- oder Schmerzbeschwerden), besonders bei Wunsch nach Erhalt der Gebärmutter oder wenn eine Operation vermieden oder hinausgeschoben werden soll.
Hilfreiche Unterlagen
Gynäkologischer Befund mit Ultraschall; MRI des Beckens, falls vorhanden – sonst organisieren wir es vor der Sprechstunde.
So weisen Sie zu
Zuweisungsformular per E-Mail an irz@hirslanden.ch oder Anruf unter +41 44 387 25 84. Wir melden uns innert eines Werktages und senden Ihnen nach dem Eingriff einen Bericht.
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