Fibroadenome der Brust: Cryoablation ohne Narbe in Zürich

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026

Kurz beantwortet

Fibroadenome sind gutartige Knoten aus Drüsen- und Bindegewebe und die häufigsten gutartigen Brusttumoren. Verursachen sie Beschwerden oder stören sie, können sie mit der Cryoablation behandelt werden: Der Knoten wird ambulant und in Lokalanästhesie unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Sonde vereist und vom Körper über Monate abgebaut, ohne sichtbare Narbe. Voraussetzung ist eine Biopsie, die die Gutartigkeit sichert.

Ein Knoten in der Brust ist zunächst ein erschreckender Befund. Wenn die Abklärung zeigt, dass er gutartig ist, ein Fibroadenom, folgt oft eine gewisse Erleichterung. Aber dann heisst es: «Wir können ihn herausschneiden – oder warten.» Für viele Frauen sind weder das Skalpell noch das untätige Warten befriedigend, besonders wenn der Knoten wächst, Druck verursacht oder kosmetisch stört.

Es gibt heute eine dritte Option: die narbenfreie Cryoablation.

Auf einen Blick

Verfahren

Ultraschallgesteuerte Cryoablation: Vereisung des Knotens mit einer dünnen Sonde

Betäubung

Lokalanästhesie, keine Vollnarkose

Dauer

20–40 Minuten, je nach Knotengrösse

Erholung

Ambulant; normale Aktivitäten ab dem nächsten Tag

Narbe

Keine: Hautöffnung unter 2 mm, ein Pflaster genügt

Voraussetzung

Gutartigkeit durch Biopsie histologisch gesichert

Was sind Fibroadenome?

Wann eine Behandlung sinnvoll ist

Fibroadenome sind gutartige Tumoren der Brust, die aus Drüsen- und Bindegewebe bestehen. Sie sind die häufigsten gutartigen Brusttumoren überhaupt und betreffen vor allem Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Typisch ist ein gut tastbarer, verschieblicher, gummiartiger Knoten, der meistens schmerzlos ist.

Fibroadenome sind in aller Regel harmlos. Eine Behandlung ist in diesen Situationen sinnvoll:

Der Knoten verursacht Druckgefühl oder Schmerzen.

Der Knoten stört kosmetisch.

Der Knoten wächst (insbesondere rasch).

Der Befund belastet die Patientin psychisch.

Cryoablation: Behandlung durch gezielte Vereisung

Ohne Skalpell, ohne Schnitt, ohne Narbe

Die Cryoablation nutzt extreme Kälte (unter −120 °C), um das Fibroadenomgewebe zu zerstören. Unter Ultraschallkontrolle wird eine dünne Cryosonde durch eine minimale Hautöffnung in den Knoten eingeführt. In zwei Gefrierzyklen wird der Knoten gezielt eingefroren und zerstört, ohne Skalpell, ohne Schnitt und ohne Narbe. Das abgestorbene Gewebe baut der Körper anschliessend schrittweise ab.

Alternativ wird auch HIFU (hochintensiver fokussierter Ultraschall) eingesetzt. Der Knoten kann dabei sogar ohne Nadel, komplett von aussen, behandelt werden. Aus unserer Sicht ist die Cryoablation technisch einfacher durchzuführen, und die Behandlung lässt sich gut kontrollieren, weil der Eisball im Ultraschall direkt sichtbar ist. Deshalb ist sie bei der IRZ die bevorzugte Behandlungsmethode.

Ablauf Schritt für Schritt

Biopsie als Voraussetzung

Vor der Cryoablation muss die Gutartigkeit des Knotens histologisch gesichert sein.

Bildgebung und Planung

Hochauflösender Ultraschall mit genauen Messungen des Knotens in drei Dimensionen. Beurteilt wird auch die Lage zur Haut und zur Brustwand: Sie ist entscheidend für die Planung der Sondenposition.

Lokalanästhesie

Haut und Gewebe um den Knoten werden mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Da die Kälte selbst schmerzlindernd wirkt, ist oft nur eine minimale Betäubung notwendig.

Hydrodissektion: Schutz der Haut

Bei oberflächlich gelegenen Knoten (< 1 cm unter der Haut) wird Kochsalzlösung zwischen Knoten und Haut injiziert. Dieser Flüssigkeitssaum schützt die Haut vor dem Eisball und verhindert Hautnekrosen.

Sondenplatzierung

Unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle wird die Cryosonde durch eine minimale Hautöffnung (< 2 mm, kein Schnitt) direkt in die Mitte des Knotens eingeführt. Die korrekte Lage wird in zwei Ultraschallebenen bestätigt.

Gefrierzyklen

Der Eisball bildet sich und wächst kontrolliert um den Knoten. Im Ultraschall ist er direkt sichtbar: Er erscheint als echoreiche Zone mit Schallschatten. Der Arzt steuert das Wachstum aktiv und bestätigt, dass der Eisball den gesamten Knoten mit einem Sicherheitsrand von 5 mm erfasst. Nach einer kurzen Auftauphase wird der Knoten ein zweites Mal eingefroren (Gefrieren – Auftauen – Gefrieren).

Auftauen und Entfernung

Nach vollständigem Auftauen wird die Sonde entfernt. Die kleine Hautöffnung muss nicht genäht werden, ein Pflaster genügt.

Dauer

20–40 Minuten, je nach Knotengrösse.

Nach dem Eingriff

Kein Verband, keine Ruhigstellung. Normale Aktivitäten ab dem nächsten Tag. Leichte Schwellung und Druckgefühl sind für 1–5 Tage möglich.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein auf Ihren Eingriff zugeschnittenes Patienteninformationsblatt.

Was sagt die Wissenschaft?

Evidenzbasierte Ergebnisse

Die wichtigsten Studienergebnisse im Überblick:

89 %

Nach 12 Monaten war das Volumen der Knoten im Ultraschall im Median um 89 % kleiner (Kaufman CS et al., J Am Coll Surg, 2004; 57 Patientinnen mit 70 Fibroadenomen, 12 Monate Follow-up).

75 %

75 % der Knoten waren nach 12 Monaten nicht mehr tastbar (Kaufman CS et al., 2004).

91 %

91 % der Patientinnen waren zufrieden (Kaufman CS et al., 2004).

  • Littrup PJ et al. (Radiology, 2005; 29 Patientinnen mit 42 Fibroadenomen): Die Cryoablation von Fibroadenomen ist sicher, effektiv und nahezu schmerzfrei, mit gutem kosmetischem Ergebnis. Nach 12 Monaten war das Knotenvolumen im Mittel um 73 % kleiner. In der Langzeitbeobachtung von Kaufman et al. (Breast J, 2005) waren 97 % der Patientinnen zufrieden.
  • Hahn M et al. (Ultraschall Med, 2013; prospektive multizentrische Studie, 23 Behandlungen von histologisch gesicherten Fibroadenomen bis 3 cm): Keine schweren, vier leichte Nebenwirkungen; nach 1 Jahr waren die Knoten weich oder nicht mehr tastbar, und in 96 % wurde das kosmetische Ergebnis als gut oder ausgezeichnet beurteilt.
  • Komplikationsrate: sehr gering. In den Studien traten keine schweren Komplikationen auf; vorübergehend sind Schwellungen und leichte Blutergüsse (Ekchymosen) möglich. Die Beurteilung späterer Mammographien und Ultraschalluntersuchungen wird nicht beeinträchtigt.
  • Rezidivrate: Das behandelte Fibroadenom bildet sich in aller Regel nicht erneut; selten bleibt lebendes Fibroadenomgewebe zurück (in einer Studie bei 2 von 47 Patientinnen). Neue Fibroadenome an anderen Stellen sind möglich; das ist jedoch eine Eigenschaft des Brustgewebes und keine Folge der Behandlung.

Für wen ist die Cryoablation geeignet?

Und für wen nicht

Geeignet
  • Frauen mit histologisch gesicherten und symptomatischen oder wachsenden Fibroadenomen
  • Knoten bis ca. 3–4 cm Durchmesser (grössere: individuelle Beurteilung)
  • Gut zugängliche Lage, im Ultraschall sichtbar
Nicht oder eingeschränkt geeignet
  • Ungesicherter Malignitätsverdacht (die Biopsie muss zuerst erfolgen)

Häufige Fragen zu Fibroadenomen der Brust

FAQ

Nicht zwingend. Kleine, gesicherte Fibroadenome können beobachtet werden. Wenn sie Beschwerden verursachen oder wachsen, bietet die Cryoablation eine narbenfreie Alternative zur chirurgischen Exzision. Der Knoten wird unter Ultraschallkontrolle vereist und vom Körper über Monate resorbiert, ohne Gewebedefekt und ohne sichtbare Narbe.

Ja, unbedingt. Bevor wir einen Knoten mit Cryoablation behandeln, muss seine Gutartigkeit histologisch gesichert sein. Die Biopsie ist ebenfalls ein bildgesteuerter Mini-Eingriff und kann häufig bereits in der Abklärungsphase ambulant durchgeführt werden.

Kaum. Die Kälte wirkt neurolysierend, das heisst, sie lähmt vorübergehend die Nervenfasern im behandelten Bereich. Direkt nach dem Eingriff besteht daher kaum Schmerz. In den folgenden Tagen spüren manche Frauen eine gewisse Schwellung und ein Druckgefühl in der Brust, vergleichbar mit einem blauen Fleck. Das lässt sich gut mit normalen Schmerzmitteln behandeln und klingt innerhalb einiger Tage ab.

Die Anzahl der zu behandelnden Knoten ist an sich nicht begrenzt. Entscheidender als die Anzahl sind Lage und Grösse: Sehr nahe beieinanderliegende oder sehr grosse Knoten werden manchmal auf zwei Sitzungen aufgeteilt, um die Behandlung präziser zu gestalten. Wir besprechen das individuell in der Sprechstunde.

Unmittelbar nach dem Eingriff verändert sich der Knoten noch nicht sichtbar. In den ersten Wochen kann er sich sogar verhärten und leicht grösser werden, da das abgestorbene Gewebe noch vorhanden und entzündet ist. Nach etwa 4–6 Wochen beginnt der Körper, das Gewebe abzubauen, und der Knoten wird weicher und kleiner. Die deutlichste Verkleinerung zeigt sich nach etwa 6 Monaten; oft bildet sich der Knoten bis 12 Monate und länger weiter zurück.

Die Cryoablation von Fibroadenomen ist eine verhältnismässig junge Therapieoption. Bisher verfügen nur wenige spezialisierte Zentren über die notwendige Expertise, meist solche, die diese Technik seit Jahren für die Behandlung bösartiger Tumoren einsetzen und sie auf gutartige Erkrankungen übertragen haben. Das Wissen um diese Möglichkeit verbreitet sich jedoch zunehmend. Die IRZ gestaltet diese Entwicklung aktiv mit.

Das behandelte Fibroadenom bildet sich in aller Regel nicht erneut. Allerdings können sich an anderen Stellen in der Brust neue Fibroadenome entwickeln. Das ist eine Eigenschaft des Brustgewebes und keine Folge der Behandlung.

Nach der Cryoablation eines Fibroadenoms sind eine leichte Schwellung und ein Druckgefühl in der Brust für 1–5 Tage normal. Ein kleiner Bluterguss (Hämatom) an der Einstichstelle ist möglich und harmlos.

Normal und zu erwarten:

  • Leichte Schwellung und Druckgefühl in der Brust für 1–5 Tage
  • Kleiner Bluterguss an der Einstichstelle

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

  • Zunehmender Rötung, Wärme oder Schwellung, besonders wenn Fieber hinzukommt (Anzeichen einer Infektion)
  • Starken, zunehmenden Schmerzen in der Brust
  • Neu auftretender Schwellung eines Arms (selten)
Wissenschaftliche Referenzen
  1. Prospektive Studie Kaufman CS, Littrup PJ, Freman-Gibb LA, et al. Office-based cryoablation of breast fibroadenomas: 12-month followup. J Am Coll Surg. 2004;198(6):914–923. PubMed ↗
  2. Prospektive Studie Kaufman CS, Littrup PJ, Freeman-Gibb LA, et al. Office-based cryoablation of breast fibroadenomas with long-term follow-up. Breast J. 2005;11(5):344–350. PubMed ↗
  3. Prospektive Studie Littrup PJ, Freeman-Gibb L, Andea A, et al. Cryotherapy for breast fibroadenomas. Radiology. 2005;234(1):63–72. PubMed ↗
  4. Prospektive Studie Hahn M, Pavlista D, Danes J, et al. Ultrasound guided cryoablation of fibroadenomas. Ultraschall Med. 2013;34(1):64–68. PubMed ↗
  5. Registerstudie Nurko J, Mabry CD, Whitworth P, et al. Interim results from the FibroAdenoma Cryoablation Treatment Registry. Am J Surg. 2005;190(4):647–652. PubMed ↗

Literatur geprüft im Oktober 2026

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