Arthrose an weiteren Gelenken: Sprunggelenk, Hüfte, Daumen und Finger – Gelenkembolisation in Zürich

Medizinisch geprüft von PD Dr. med. Arash Najafi · Stand: Oktober 2026

Kurz beantwortet

Die Gelenkembolisation ist ein minimal-invasiver Eingriff, bei dem krankhafte, neu gebildete Blutgefässe an einem chronisch entzündeten Gelenk gezielt verschlossen werden. Am besten untersucht ist das Verfahren am Knie; auch bei Hüftarthrose und bei Arthrose an Daumen und Fingern kann es in Frage kommen. Ob eine Gelenkembolisation für Sie sinnvoll ist, prüfen wir im Beratungsgespräch anhand Ihrer Bildgebung.

Das Sprunggelenk, das beim Treppensteigen brennt. Die Hüfte, die morgens steif ist. Der Daumenansatz, der bei jedem Griff schmerzt (Rhizarthrose).

Arthrose macht nicht am Knie halt.

Überall dort, wo Gelenke durch Arthrose chronisch entzündet sind und pathologische neue Blutgefässe wachsen, kann eine Gelenkembolisation in Frage kommen – wie gut sie untersucht ist, hängt allerdings stark vom jeweiligen Gelenk ab.

Auf einen Blick

Verfahren

Gelenkembolisation: gezielter Verschluss der krankhaften, neu gebildeten Gefässe über einen dünnen Katheter

Betäubung

Örtliche Betäubung

Vorbereitung

MRI oder Ultraschall des Gelenks zum Nachweis der Neovaskularisierung; Nüchternheit empfohlen

Dauer

20–60 Minuten, je nach Lokalisation und Befund

Aufenthalt

In den meisten Fällen ambulant

Erholung

Kurze Erholungsphase von 1–3 Tagen; intensive sportliche Belastung für 2–3 Wochen pausieren

Welche Gelenke können embolisiert werden?

Arthrose abseits des Knies

Oberes Sprunggelenk (OSG)

Arthrose nach Verletzungen, bei rheumatischen Erkrankungen oder ohne erkennbare Ursache (idiopathisch). Schmerzen beim Gehen und Treppensteigen, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit.

Hüftgelenk (Koxarthrose)

Selektive Indikation bei nachgewiesener Neovaskularisierung und moderater Arthrose. Schmerzen in Leiste, Gesäss und Oberschenkel, oft beim Gehen und beim Ein- und Aussteigen.

Daumensattelgelenk (Rhizarthrose)

Das am häufigsten von Arthrose betroffene Einzelgelenk der Hand; Frauen sind häufiger betroffen, vor allem ab 50. Schmerzen beim Greifen, beim Pinzettengriff und beim Aufdrehen von Deckeln.

Fingergelenke (PIP-/MCP-Arthrose)

Chronische Schmerzen und Schwellung der Fingergelenke, häufig bei Frauen.

Wie läuft die Gelenkembolisation ab?

Schritt für Schritt

Der Eingriff folgt demselben Prinzip wie die Knie- oder Schulterembolisation.

Vorbereitung

MRI oder Ultraschall des betroffenen Gelenks zum Nachweis der Neovaskularisierung. Wir empfehlen, nüchtern zum Eingriff zu erscheinen.

Der Eingriff

Unter örtlicher Betäubung wird ein dünner Katheter – je nach Gelenk über die Leiste oder über eine Arterie am Arm – zum jeweiligen Gelenk navigiert; bei Daumen- und Fingergelenken genügt oft eine feine Nadel in der Arterie am Handgelenk. Ein vorübergehend wirkendes Embolisat (z. B. sich auflösende Mikropartikel) verschliesst die krankhaften, neu gebildeten Gefässe gezielt.

Dauer

20–60 Minuten, je nach Lokalisation und Befund.

Ambulant

In den meisten Fällen ist der Eingriff ambulant möglich.

Nach dem Beratungsgespräch erhalten Sie ein detailliertes Patienteninformationsblatt.

Für wen ist die Gelenkembolisation geeignet?

Und für wen nicht

Geeignet
  • Chronische Arthrosen nach Ausschöpfung konservativer Massnahmen
  • Nachgewiesene pathologische Neovaskularisierung im betroffenen Gelenk
  • Patienten, die eine Operation vermeiden oder hinauszögern möchten
Nicht geeignet
  • Sehr fortgeschrittene Arthrose ohne Restknorpel
  • Aktive (floride) systemische Entzündungserkrankung
  • Gelenkinstabilität, die eine strukturelle Behandlung erfordert

Häufige Fragen zur Arthrose an weiteren Gelenken

FAQ

Die Gelenkembolisation wird zunehmend auch bei Hüftarthrose eingesetzt. Erste Studien zeigen eine deutliche Schmerzreduktion nach Embolisation der pathologischen Neugefässe rund um das Hüftgelenk. Die Embolisation ersetzt keine Hüftprothese bei fortgeschrittener Arthrose, kann aber bei mildem bis moderatem Stadium die Operation hinauszögern und Schmerzen reduzieren.

Fingerarthrose (Heberden- und Bouchard-Knoten, Rhizarthrose) wird meist nur symptomatisch behandelt. Die transarterielle Embolisation der betroffenen Fingergelenke ist ein neuer Ansatz, der in ersten Pilotstudien signifikante Schmerzreduktionen zeigt: ohne Operation, ohne Gelenkversteifung, ohne Prothese.

Bei sorgfältig ausgewählten Patienten hielt die Wirkung in Studien meist über Monate an, am Knie teils über mehrere Jahre; für Hüfte und Hand liegen bisher Beobachtungen über 1–2 Jahre vor. Bei besonders starker oder aktiver Entzündung kann – einige Wochen nach der ersten – eine zweite Embolisation erwogen werden. Die Embolisation kann bei Bedarf grundsätzlich wiederholt werden.

Die sogenannte pathologische Neovaskularisierung, also das unkontrollierte Einwachsen neuer Blutgefässe in entzündetes Gewebe, verläuft oft nicht allein. Diese Gefässe wachsen häufig zusammen mit feinen Nervenfasern ein (neurovascular ingrowth). Diese Nervenfasern können Schmerzsignale zum Gehirn weiterleiten, auch ohne dass gerade eine akute Verletzung vorliegt. Die Gelenkembolisation verschliesst gezielt diese krankhaften Gefässe – und soll so nach heutigem Verständnis auch die Reizung der begleitenden Schmerzfasern verringern.

Das zeigt die Bildgebung: Ein Duplex-Ultraschall mit Farbdoppler oder ein MRI mit Kontrastmittel kann die Neovaskularisierung im betroffenen Gewebe sichtbar machen. Im Beratungsgespräch bei der IRZ beurteilen wir gemeinsam mit Ihnen die Bildgebung und prüfen, ob eine Gelenkembolisation in Ihrer Situation sinnvoll ist.

Die Gelenkembolisation eignet sich für Patienten mit chronischen Gelenkschmerzen durch Arthrose oder Tendinopathie, die auf konservative Therapien (Physiotherapie, Medikamente, Infiltrationen) nicht ausreichend angesprochen haben und eine Operation vermeiden oder hinauszögern möchten. Nicht geeignet ist sie bei aktiver systemischer Entzündungserkrankung (z. B. rheumatoide Arthritis im Schub), bei sehr fortgeschrittener Arthrose ohne Restknorpel oder bei Gelenkinfektionen.

Nein. Die Gelenkembolisation verändert das Gelenk strukturell nicht. Sie nimmt eine eventuelle spätere Prothese oder Operation weder vorweg, noch verhindert sie diese. Sie kann jedoch wertvolle Zeit gewinnen und die Lebensqualität in der Zwischenzeit deutlich verbessern.

Wir empfehlen nach der Gelenkembolisation eine kurze Erholungsphase von 1–3 Tagen, in der Sie das behandelte Gelenk nicht überbelasten sollten. Leichte Aktivitäten und Alltagsbewegungen sind danach erlaubt und sogar erwünscht, da Bewegung die Regeneration fördert. Intensive sportliche Belastung sollte für 2–3 Wochen pausiert werden.

Nein. Die stärkste Datenlage besteht für das Kniegelenk (Gonarthrose), gefolgt von Schulter und Ellenbogen. Für Sprunggelenk, Hüfte und Fingergelenke gibt es zunehmend positive Fallserien und kleinere Studien, die Wirksamkeit und Sicherheit belegen. Wir besprechen die aktuelle Evidenzlage im Beratungsgespräch offen mit Ihnen.

Nach der Gelenkembolisation kann die behandelte Region in den ersten 24–48 Stunden etwas wärmer, leicht geschwollen oder druckempfindlicher sein als zuvor. Das ist eine normale Entzündungsreaktion auf die Embolisation und klingt rasch ab. Gelegentlich zeigt sich über dem Gelenk eine vorübergehende Hautverfärbung (leicht bläulich bis gelblich); auch dies ist harmlos und bildet sich zurück.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend bei:

  • Starker, zunehmender Schwellung und Rötung am behandelten Gelenk
  • Fieber über 38,0 °C
  • Rötung oder Eiter an der Einstichstelle
Wissenschaftliche Referenzen
  1. Übersichtsarbeit Sajan A, Epelboym Y, Fernández Martínez A, et al. Transarterial Embolization for Musculoskeletal Pain Management: AJR Expert Panel Narrative Review. AJR Am J Roentgenol. 2025;224(2):e2431626. PubMed ↗
  2. Systematische Übersicht Kishore SA, Sheira D, Malin ML, et al. Transarterial Embolization for the Treatment of Chronic Musculoskeletal Pain: A Systematic Review of Indications, Safety, and Efficacy. ACR Open Rheumatol. 2022;4(3):209–217. PubMed ↗
  3. Fallserie Okuno Y, Korchi AM, Shinjo T, et al. Midterm Clinical Outcomes and MR Imaging Changes after Transcatheter Arterial Embolization as a Treatment for Mild to Moderate Radiographic Knee Osteoarthritis Resistant to Conservative Treatment. J Vasc Interv Radiol. 2017;28(7):995–1002. PubMed ↗
  4. Retrospektive Studie Fleckenstein FN, Maleitzke T, Oehme S, et al. Transarterial Embolization for the Treatment of Symptomatic Hip Osteoarthritis. Cardiovasc Intervent Radiol. 2026;49(7):1352–1361. PubMed ↗
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  7. Fallserie Inui S, Yoshizawa S, Shintaku T, et al. Intra-Arterial Infusion of Imipenem/Cilastatin Sodium through a Needle Inserted into the Radial Artery as a New Treatment for Refractory Trapeziometacarpal Osteoarthritis. J Vasc Interv Radiol. 2021;32(9):1341–1347. PubMed ↗
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  9. Metaanalyse van der Oest MJW, Duraku LS, Andrinopoulou ER, et al. The prevalence of radiographic thumb base osteoarthritis: a meta-analysis. Osteoarthritis Cartilage. 2021;29(6):785–792. PubMed ↗

Literatur geprüft im Oktober 2026

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